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Altersleistungen der Säulen 2 und 3a weisen je nach Geschlecht und Altersgruppe grosse Unterschiede auf

Freitag, 24.03.2017

2015 bezogen rund 33‘000 Personen erstmals eine Altersrente aus der 2. Säule. 41‘000 Personen liessen sich ein Alterskapital auszahlen. 68'000 Personen bezogen Kapital aus der Säule 3a. Dabei erhielten Männer deutlich höhere Leistungen als Frauen.

Im Jahr 2015 bezogen rund 33‘000 Personen in der Schweiz erstmals eine Altersrente aus der beruflichen Vorsorge (2. Säule). Renten, die vor dem gesetzlichen Rentenalter bezogen wurden, waren im Durchschnitt am höchsten. Etwa 41'000 Personen liessen sich ein Alterskapital auszahlen. Dabei erhielten Männer deutlich höhere Leistungen als Frauen. Dies sind erste Resultate der Neurentenstatistik, einer neuen Erhebung des Bundesamtes für Statistik (BFS).

Altersleistungen der 2. Säule für Frauen betrugen rund die Hälfte

Während die Altersrenten der AHV (1. Säule) zwischen den Geschlechtern und den verschiedenen Altersklassen etwa gleich verteilt waren, fielen die Altersleistungen der beruflichen Vorsorge sehr unterschiedlich aus. So betrug eine neu ausgerichtete monatliche Altersrente (Erstbezug) im Jahr 2015 für Männer durchschnittlich 3‘278 Franken, für Frauen jedoch nur 1‘839 Franken. Die entsprechenden Werte für Kapitalauszahlungen lagen bei knapp 210'000 Franken für Männer und etwa 93'000 Franken für Frauen.

Vorzeitig bezogene Renten aus der beruflichen Vorsorge waren am höchsten

Die Höhe der Leistungen unterschied sich auch nach Altersgruppen. In der beruflichen Vorsorge erhielten Männer, die das gesetzliche Rentenalter von 65 Jahren bei ihrem Erstbezug noch nicht erreicht hatten, im Durchschnitt die höchsten Renten (4‘242 Franken im Monat), gefolgt von den Männern, die über das gesetzliche Rentenalter hinaus gearbeitet hatten (3‘066 Franken). Mit 2‘306 Franken am tiefsten waren die Altersrenten der ordentlich pensionierten Männer. Bei den Frauen zeigte sich das gleiche Muster, jedoch auf einem tieferen Niveau.

Unterschiedliche Erwerbsbiografien prägten auch die Säule 3a

Rund 68'000 Personen bezogen im Jahr 2015 ein Alterskapital aus der Säule 3a. Männer erhielten eine durchschnittliche Auszahlung von 66'000 Franken, Frauen von knapp 51'000 Franken. Das BFS erklärt die deutlichen Unterschiede der Leistungshöhe zwischen den Geschlechtern zu einem grossen Teil durch unterschiedliche Erwerbsbiografien (familiär bedingte Erwerbsunterbrüche und Teilzeitarbeit der Frauen).

Kapitalbezüge der ordentlich pensionierten Männer waren am tiefsten

Männer, die über das gesetzliche Rentenalter von 65 Jahren hinaus gearbeitet hatten, erhielten aus der beruflichen Vorsorge eine durchschnittliche Kapitalleistung von 247'000 Franken, gefolgt von den Männern, die die Altersleistung vor dem gesetzlichen Rentenalter bezogen (210'000 Franken). Am tiefsten, mit 190'000 Franken, waren die Kapitalbezüge der ordentlich pensionierten Männer.

Die Frauen erhielten markant tiefere Kapitalbezüge aus der beruflichen Vorsorge. Diese verteilen sich aber im Vergleich zu denen der Männer eher gleichmässig über die Altersklassen. Diese Aussage trifft auch auf die Auszahlungen aus der gebundenen Selbstvorsorge (Säule 3a) zu. Hier fallen allerdings die Unterschiede zwischen den Geschlechtern vergleichsweise gering aus.

Für Wohneigentum gab es rund 48'000 Kapitalbezüge

Kapitalleistungen aus der beruflichen Vorsorge und der gebundenen Selbstvorsorge (Säule 3a) können unter anderem auch für den Erwerb von Wohneigentum verwendet werden. Knapp 16'000 Personen bezogen im Jahr 2015 aus diesem Grund eine Kapitalleistung aus der beruflichen Vorsorge, davon 41% Frauen. Die durchschnittliche Bezugshöhe belief sich auf etwa 77'000 Franken. Knapp 32'000 Personen entschieden sich für einen Bezug aus der Säule 3a, davon 38% Frauen. Die durchschnittliche Höhe des Bezugs war mit 36'000 Franken nur halb so hoch wie bei der beruflichen Vorsorge.

Neurentenstatistik 2015

Mit den Daten der Neurentenstatistik (NRS) liegen für das Jahr 2015 erstmals umfassende Informationen zu allen Personen vor, die neu Leistungen aus dem Alterssicherungssystem beziehen (Kapitalauszahlungen oder Renten). Zu beachten ist, dass keine Informationen vorliegen zu Kapitalauszahlungen, die vor 2015 ausgerichtet wurden, und zu Renten, die vor 2015 zu laufen begannen. Mittel- bis langfristig ermöglicht die NRS eine bessere Kenntnis des Übergangs in die Pensionierung, welcher oft mit einem sukzessiven Bezug der verschiedenen Altersleistungen verbunden ist. Aus der Höhe der bezogenen Leistungen wird auch die Bedeutung der einzelnen Säulen für die Finanzierung des Ruhestands ersichtlich.

 
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