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SGB-Delegierte sagen klar Ja zur Altersvorsorge 2020

Freitag, 24.03.2017

Die Delegiertenversammlung des Gewerkschaftsbundes SGB unterstützt die Reformvorlage Altersvorsorge 2020. Sie empfiehlt den Arbeitnehmenden, am 24. September Ja zu stimmen.

Die Delegiertenversammlung des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB) unterstützt die Altersvorsorgereform. Sie hat den im Parlament ausgehandelten Kompromiss mit 98 zu 21 Stimmen bei einer Enthaltung deutlich gutgeheissen. Nach Ansicht des SGB ist die Altersvorsorge 2020 ein Gesamtpaket, das aus Sicht der Arbeitnehmenden positiv ist. Die Vorlage bringe mit der Erhöhung des Frauenrentenalters auf 65 zwar auch einen Rückschritt. Zentrale Forderungen der Gewerkschaften würden aber erfüllt. 

  • So würde das Rentenniveau erhalten und alle Angriffe auf das Rentenniveau der heutigen Rentnerinnen und Rentner seien abgewehrt worden. Im Gegensatz zur Vorlage aus dem Jahr 2010 werde die Senkung des Umwandlungssatzes in der zweiten Säule ausgeglichen, u.a. dank einer Besitzstandgarantie für alle ab 45 Jahren.
  • Die AHV-Renten würden erstmals seit 40 Jahren über die regelmässige Anpassung an die Teuerung und die Lohnentwicklung hinaus erhöht. Dank der Erhöhung der AHV-Renten um 840 Franken pro Jahr für Alleinstehende und bis zu 2‘712 Franken pro Jahr für Ehepaare gebe es unter dem Strich für verschiedene Gruppen von Versicherten sogar ein höheres Rentenniveau.
  • Die AHV-Finanzen würden bis 2030 mit einer leichten Anhebung der Mehrwertsteuer gesichert. Neu zu spüren bekomme die Bevölkerung einzig die Erhöhung um 0.3% Mehrwertsteuer im Jahr 2021. Denn die ersten zusätzlichen 0.3% Mehrwertsteuer für die AHV würden bereits heute erhoben und würden künftig statt in die IV in die AHV fliessen, sofern Volk und Stände der Reform zustimmten.
  • Die Teilzeitarbeit in der zweiten Säule werde künftig besser versichert. Damit werde die Rentenungleichheit zwischen Männern und Frauen auch bei den Pensionskassen abnehmen. Bei Stellenverlust ab 58 gehe der Anspruch auf eine Pensionskassenrente nicht mehr wie heute verloren. Auch wer vor der Pensionierung keine Stelle mehr finde und keine Beiträge mehr bezahlen könne, habe in Zukunft endlich einen Rentenanspruch.

Ablehnung der Reform könnte Erhöhung des Rentenalters auf 67 bedeuten

Die Delegierten betonten, dass eine Ablehnung der Altersvorsorge 2020 einzig dem Arbeitgeberverband und den rechts-bürgerlichen Parteien nützen würde. Diese wollten die Vorlage versenken, weil die AHV-Renten angehoben würden. Ihr eigentliches Ziel sei aber, dass die AHV finanziell in Schieflage gerate, damit sie dann Rentenalter 67 und Rentenkürzungen durchsetzen könnten.

Lohnungleichheit zwischen Mann und Frau soll stärker bekämpft werden

Auf starke Kritik stiess bei den Delegierten die Erhöhung des Frauenrentenalters. So lange die Frauen bei den Löhnen und damit später auch bei den Renten benachteiligt seien, dürfe das Frauenrentenalter nicht erhöht werden, sagten Delegierte aus der lateinischen Schweiz. Die Mehrheit war jedoch der Meinung, dass die Reform trotz dieser Kröte unterstützt werden müsse. Einig waren sich die Delegierten, dass die Lohnungleichheit zwischen Frauen und Männern aber nun endlich stärker bekämpft werden müsse. Sie beauftragten den SGB, eine Kampagne und eine Initiative zur Durchsetzung der Lohngleichheit zu prüfen.

 
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