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Schweizer Pensionskassen haben im März wieder tiefere Renditen erwirtschaftet

Mittwoch, 15.04.2015

Die Schweizer Pensionskassen konnten auch im März 2015 eine positive Monatsrendite erwirtschaften. Sie fiel allerdings weit geringer als im Vormonat aus.

Schweizer Pensionskassen erwirtschafteten im Monat März eine Anlagerendite von durchschnittlich 0.54%. Im Monat davor hatte diese noch 2.60% betragen. Damit erwirtschafteten die untersuchten Vorsorgewerke eine kumulierte erste Quartalsrendite von durchschnittlich 1.4%. Fortgeschrieben würde dies Ende Jahr mehr als ausreichen, den Vorsorgeverpflichtungen ihrer Destinatäre nachzukommen, folgert die UBS in ihrem Pensionskassen-Barometer.

Vermögensgrösse der Pensionskassen macht langfristig einen Unterschied

Die Unterschiede zwischen den Mittelwerten der drei Peer-Gruppen waren im Berichtsmonat sehr klein. Während die Rendite bei Pensionskassen mit einem Vermögen von weniger als 300 Millionen Franken bei durchschnittlich 0.48% lag, erzielten Pensionskassen mit einem Vermögen zwischen 300 Millionen und einer Milliarde Franken eine Rendite von 0.57%. Pensionskassen-Vermögen von über einer Milliarde Franken performten zu 0.58%.

Im Durchschnitt der letzten drei Jahre haben die grössten Pensionskassen hingegen besser abgeschnitten als die anderen Vergleichsgruppen. Die Reihenfolge der Sharpe Ratio als Effizienzmass bleibt laut UBS unverändert: Je grösser das Vorsorgewerk, desto effizienter werde angelegt und verwaltet.

Schweizer Aktien rentierten am besten

Alle Anlageklassen erzielten im März 2015 eine positive Monatsperformance, dabei schnitten allerdings nur die Schweizer Aktien besonders gut ab (Aktien Ausland: +0.88%; Aktien Schweiz: +2.38%). Die negative Monatsperformance von Wall Street konnte durch einen stärkeren US-Dollar gerade noch kompensiert werden. In Europa war sowohl die Entwicklung an den Aktien- als auch an den Devisenmärkten für den Schweizer Anleger erfreulich. Dennoch: Während Fremdwährungsobligationen noch zu 1.08% rentierten, warfen Schweizerfrankenobligationen lediglich 0.30% Rendite ab. Immobilien rentierten zu 0.36%, Hedge Fonds performten mit 1.56%.

Schwellenländer weisen sich als schwaches Glied der Weltkonjunktur

Die jüngsten US-Konjunkturdaten waren etwas schwächer, worauf die US-Notenbank (Fed) einräumte, dass die aktuellen Beschäftigungs- und Inflationszahlen einen sehr verhaltenen Zinserhöhungskurs nahelegen. Die Erholung des Arbeitsmarktes und die anhaltende Ölpreisschwäche sollten aber einen starken Privatkonsum unterstützen und zu einer ersten US-Zinserhöhung im September führen, wie die UBS annimmt.

In der Eurozone begann die Europäische Zentralbank (EZB), Staatsanleihen zu kaufen, während sich die Konjunkturdaten in der Region weiter verbesserten. Die Schwellenländer bleiben das schwache Glied; die Lücke zwischen den Konjunkturfrühindikatoren für Industrie- und Schwellenländer ist weiter gewachsen.

US- und Eurozone-Aktien übergewichten

Die UBS ist in Aktien übergewichtet, wobei sie die Märkte der Eurozone und der USA bevorzugt. Die Gewinne der Unternehmen in der Eurozone sollten sich dank der starken Abschwächung des Euro, des Ölpreisrückgangs und der sehr günstigen Finanzierungkosten verbessern. US-Unternehmen verzeichnen vor dem Hintergrund der soliden Binnenwirtschaft ein stetiges Gewinnwachstum. Dieses dürfte sich aufgrund der sinkenden Gewinne im Energiesektor insgesamt aber verlangsamen. Ausserhalb des Energiebereichs steigen die Gewinne indes weiter solide an.

Untergewichtet ist die UBS dagegen in Schwellenländeraktien, die rückläufige Gewinne aufweisen und hinter den Industrieländern zurückbleiben. Das globale Wirtschaftswachstum ist laut UBS zu schwach, um kurzfristig eine Trendwende der Rentabilität von Schwellenländerunternehmen einzuleiten.

Unternehmensanleihen gegenüber Staatsanleihen bevorzugen

Die Aufnahme des massiven Staatsanleihen-Kaufprogramms der EZB drückte die Renditen deutscher Bundesanleihen im März auf Rekordtiefstände. In der Eurozone und in der Schweiz dürften die Renditen vor dem Hintergrund der geringen Inflation und der expansiven Geldpolitik sehr niedrig bleiben. Die Renditen von US-Treasuries dürften allmählich steigen, da die erste Zinserhöhung näher rückt. Die niedrigen erwarteten Renditen für erstklassige Anleihen sind ein Grund, warum die UBS Unternehmensanleihen bevorzugt, insbesondere Hochzinswerte.

Euro- und US-Hochzinsanleihen bieten gemäss UBS attraktive Carry Renditen (aus Zinspapieren, die in einer anderen Währung mit höherem Zinsniveau notiert sind), während nur mit minimalen Ausfallraten zu rechnen sei. Unternehmensanleihen aus Schwellenländern sind laut UBS hingegen weniger attraktiv, da sich die Fundamentaldaten weiter abschwächen und der Ratingtrend negativ bleibt.

US-Dollar bleibt für globale Anleger beste Wahl

Der US-Dollar bleibt trotz der beeindruckenden Aufwertung im letzten Jahr die bevorzugte Währung der UBS. Aufgrund des soliden Wachstums im Inland, der hohen Obligationenrenditen in den USA gegenüber anderen Regionen und der Aussicht auf steigende Leitzinsen später in diesem Jahr bleibt der US-Dollar für globale Anleger nach Ansicht der UBS die beste Wahl.

Schweizer Franken bleibt extrem überbewertet

Der Euro dürfte dagegen unter der expansiven Geldpolitik der EZB und den anhaltenden politischen Risiken in Griechenland leiden. Das britische Pfund dürfte zwar letztlich von einer erwarteten Leitzinserhöhung profitieren, doch die Parlamentswahlen im Mai stellen ein kurzfristiges Risiko dar und könnten Volatilität hervorrufen. Der Schweizer Franken bleibt extrem überbewertet. Sicherheitskäufe dürften eine Normalisierung in der nächsten Zeit jedoch verhindern.

Entwicklung des Ölpreises bleibt unsicher

Im Rohstoffbereich bleibt der Ölpreis das meistdebattierte Thema. Da die US-Ölproduktion erst noch auf die in den letzten Monaten beobachtete Reduzierung der Investitionsausgaben und der Bohrtätigkeit reagieren muss, rutschte der Ölpreis weiter ab. Die UBS rechnet nach wie vor mit höheren Preisen gegen Ende des Jahres, aber die kurzfristigen Aussichten bleiben unsicher.

Alternative Anlageklassen wie Hedge Fonds bieten attraktive Risiko-Rendite-Aussichten und sollten nach Ansicht der UBS in gut diversifizierten Portfolios enthalten sein. Dabei seien Equity-Hedge Strategien zu bevorzugen.

 
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