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Schweizer Pensionskassen haben im April nur wenig Rendite erzielt

Freitag, 15.05.2015

Für die meisten Schweizer Pensionskassen war der April 2015 renditemässig eine Nullrunde. Verantwortlich dafür waren unter anderem die in der Schweiz leicht anziehenden Obligationenzinsen und der schwächere US-Dollar.

Die meisten Schweizer Vorsorgewerke erzielten im April 2015 nur wenig Rendite. Der Schnitt lag bei einer Rendite von 0.02%. Am meisten Rendite erwirtschafteten Pensionskassen mit einem Gesamtvermögen von weniger als 300 Millionen Franken, gefolgt von Kassen mit einem Vermögen von über einer Milliarde Franken (0.05%). Am schlechtesten schnitten Kassen mit Vermögen zwischen 300 Millionen und einer Milliarde Franken ab (-0.12%).

Mit der Nullrunde im April verzeichnen die untersuchten Vorsorgeeinrichtungen eine kumulierte Jahresrendite über vier Monate von 1.4%. Dies sollte extrapoliert ausreichen, um Ende Jahr ihren Verpflichtungen nachkommen zu können.

Ausländische Anlagen verloren angesichts des starken Frankens

Die Nachricht eines Zinsanstiegs am langen Ende im April 2015 war in Anbetracht der negativen Zinsen in der Schweiz und deren unerwünschter Konsequenzen langfristig gesehen sicher ausnahmsweise positiv. Sie zog jedoch automatisch eine Minusperformance bei den CHF-Obligationen (- 0.16%) nach. Mit Ausnahme von EURCHF schnitten die Hauptwährungen, allen voran USD/CHF, gegenüber dem Franken schwächer ab. Daraus resultierte aus Sicht des Schweizer Anlegers weder für Fremdwährungsanleihen (- 1.80%) noch für ausländische Aktien (- 0.23%) ein Vorteil. Schweizer Aktien rentierten dagegen noch zu 0.68%. Hedge Fonds erlitten aus Schweizer Sicht einen Verlust von 2.10%. Die Monatsperformance von Immobilien lag indes bei 0.27%.

US-Wirtschaft sollte sich stabilisieren und Eurozone überrascht positiv

Die US-Wirtschaft machte im 1. Quartal des Jahres eine Wachstumsdelle durch, unter anderem wegen des harten Winterwetters und des Hafenstreiks. Das Wirtschaftswachstum betrug nur 0.2% (annualisiert). Dennoch steuert die US-Wirtschaft weiter auf ein Wachstum von 2.3% in diesem Jahr zu, und das Umfeld dürfte stark genug sein, um eine Leitzinserhöhung der US-Notenbank in der zweiten Hälfte des Jahres 2015 zuzulassen.

Die Eurozone überraschte positiv mit einer Beschleunigung der Wirtschaft, wie etwa am kräftigen Anstieg des Verbrauchervertrauens auf ein 8-Jahreshoch abzulesen ist. In China bremste das Wirtschaftswachstum unterdessen im 1. Quartal auf 7% ab, das langsamste Wachstum seit 2009. Die unterstützende Politik der Regierung dürfte eine weitere Verlangsamung jedoch verhindern. 

Aktien bleiben attraktiv

Aktien bleiben eine der attraktivsten Anlageklassen für die kommenden Monate, insbesondere Aktien von Unternehmen der Eurozone. Angesichts der markanten Abschwächung des Euro, des niedrigen Ölpreises und der sehr expansiven Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) rechnet die UBS mit einer kräftigen Erholung der Gewinne in der Eurozone, die einen Anstieg der Aktienkurse unterstützt.

Unternehmen aus den Schwellenländern befinden sich derweil am anderen Ende des Spektrums, da ihre Gewinne vor dem schwachen fundamentalen Hintergrund weiter sinken. Die UBS ist in Aktien aus Schwellenländern untergewichtet. In britischen Aktien ist sie ebenfalls untergewichtet, da das starke britische Pfund und die schwachen Rohstoffpreise die Gewinnaussichten trüben.

Anleihen-Renditen dürften mager ausfallen

Anleiherenditen erfuhren in den letzten Wochen einen markanten Anstieg. Gestiegene Inflationserwartungen und das Auflösen grosser Marktpositionen waren wesentliche Treiber dieses Anstiegs. Die EZB setzt unterdessen ihr massives Anleihenkaufprogramm fort. In den kommenden Monaten erwartet die UBS eine Verlangsamung des Aufwärtstrends bei den Zinsen.

Die Renditen von erstklassigen Anleihen dürften aber weiterhin mager ausfallen. In diesem Umfeld sieht die UBS die besten Anlagechancen immer noch in Unternehmensanleihen aus Industrieländern mit Investment-Grade- ebenso wie mit Hochzinsratings. Da die Ausfallquoten sehr niedrig und die Kreditratings stabil sind, ist der derzeitige Renditevorteil von Unternehmensanleihen gegenüber erstklassigen Anleihen attraktiv.

Euro dürfte attraktiver werden, Dollar etwas schächer

Die UBS geht zwar davon aus, dass fundamentale Faktoren den US-Dollar mittelfristig gegenüber dem Euro unterstützen; sie sieht aber kurzfristige Risiken für diese Position. Der markante Anstieg deutscher Zinsen macht den Euro etwas attraktiver und der gestiegene Ölpreis belastet den Dollar. Die Bank hat deshalb ihr taktisches Übergewicht im US-Dollar gegenüber dem Euro geschlossen. Das britische Pfund dürfte letztlich von einer Leitzinserhöhung der Bank of England profitieren. Der Schweizer Franken bleibt extrem überbewertet. Sicherheitskäufe dürften eine Normalisierung in der nächsten Zeit jedoch verhindern.

Rohstoffpreise tendieren kaum nach oben

Rohstoffe gehören nicht zur empfohlenen strategischen Vermögensallokation der UBS. Aufgrund der hohen Preisschwankungen und der mässigen Renditeaussichten bietet ein breites Rohstoffengagement nach Meinung der UBS keine attraktiven langfristigen Anlageeigenschaften. In den nächsten zwölf Monaten rechnet sie mit einem Rückgang des Goldpreises auf 1050 Dollar je Feinunze und einer Erholung von Brent-Rohöl auf 72 Dollar je Fass.

 
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