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Die Nationalbank führt ihre expansive Geldpolitik fort

Donnerstag, 15.09.2016

Die Schweizerische Nationalbank belässt den Leitzins sowie den Negativzins unverändert. Für die Schweizer Wirtschaft rechnet sie 2016 mit 1.5% Wachstum.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) behält ihre expansive Geldpolitik bei. So belässt sie den Leitzins bzw. das Zielband für den Dreimonats-Libor bei -1.25% bis -0.25%. Auch den Negativzins auf Sichteinlagen belässt sie bei -0.75%. Gleichzeitig ist die Nationalbank bei Bedarf weiterhin am Devisenmarkt aktiv.

Der Negativzins und die Bereitschaft der Nationalbank, am Devisenmarkt einzugreifen, sollen dazu dienen, Anlagen in Schweizer Franken weniger attraktiv zu machen und so den Aufwertungsdruck auf den Franken zu verringern. Der Franken sei nach wie vor deutlich überbewertet. Die expansive Geldpolitik der Nationalbank verfolge aber das Ziel, die Preisentwicklung zu stabilisieren und die Wirtschaftsaktivität zu unterstützen, wie die SNB anlässlich der Geldpolitische Lagebeurteilung am Donnerstag erklärte.

SNB korrigiert prognostizierte Inflationsraten nach unten

Die neue bedingte Inflationsprognose hat sich gegenüber Juni leicht nach unten verschoben. Bis zum ersten Quartal 2017 bleibt der Verlauf der Inflation nahezu gleich. Danach dämpfen die etwas weniger günstigen Aussichten für die Weltwirtschaft die Teuerung in der Schweiz. Für 2016 bleibt die Inflationsprognose mit -0.4% unverändert. Für 2017 erwartet die SNB eine Inflation von 0.2%, gegenüber 0.3% in der Prognose vom letzten Quartal. Für 2018 sinkt die Prognose von 0.9% auf 0.6%. Die bedingte Inflationsprognose beruht auf der Annahme, dass der Dreimonats-Libor über den gesamten Prognosezeitraum bei -0.75% bleibt.

Industriekonjunktur und Welthandel entwickeln sich verhalten

Die allmähliche Erholung der Weltwirtschaft setzte sich im zweiten Quartal laut SNB fort. In den USA stützte in erster Linie eine rege Konsumnachfrage die Wirtschaftsaktivität. Der Arbeitsmarkt entwickelte sich weiterhin günstig. In den europäischen Ländern fiel die Wirtschaftsleistung unterschiedlich aus. Während sie in Frankreich und Italien stagnierte, wuchs sie in Deutschland, Spanien und Grossbritannien erneut robust. Auch die chinesische Wirtschaft expandierte angesichts der stimulierenden geld- und fiskalpolitischen Massnahmen solide. Insgesamt wurde das Wachstum weltweit vor allem von der Binnennachfrage und vom Dienstleistungssektor getrieben. Die globale Industriekonjunktur und der Welthandel entwickelten sich dagegen weiterhin verhalten.

SNB revidiert Wachstumserwartungen für GB und Eurozone nach unten

Die Nationalbank geht weiterhin davon aus, dass sich das moderate Wachstum der Weltwirtschaft in den kommenden Quartalen fortsetzen wird. Die Entscheidung Grossbritanniens für einen Austritt aus der Europäischen Union hat jedoch beachtliche Unsicherheit ausgelöst und macht die Einschätzung der globalen Konjunkturaussichten schwieriger. Die Nationalbank hat ihre Wachstumserwartungen für Grossbritannien und die Eurozone nach unten revidiert. Für die Entwicklung der Weltwirtschaft bestehen nach Ansicht der SNB aufgrund zahlreicher struktureller Probleme weiterhin Abwärtsrisiken.

SNB erwartet für Schweizer Wirtschaft 2016 rund 1.5% Wachstum

Im zweiten Quartal verzeichnete die Schweizer Wirtschaft ein Wachstum von hochgerechnet 2.5%, wie die SNB weiter anführt. Insgesamt deuteten die revidierten Quartalsschätzungen für das Bruttoinlandprodukt auf eine etwas stärkere Wiederbelebung der Schweizer Wirtschaft seit Mitte letzten Jahres hin. Die Auslastung der Produktionskapazitäten sei insgesamt jedoch unbefriedigend. Auch habe die Erholung nicht alle Branchen gleich stark erfasst. Entsprechend bleibe die Margenlage in zahlreichen Unternehmen angespannt.

Die Nationalbank rechnet mit einer Fortsetzung der Erholung. In der zweiten Jahreshälfte dürfte das Wachstum jedoch bescheidener ausfallen als im ersten Halbjahr, unter anderem aufgrund einer vorübergehenden Abschwächung des Wachstums in Europa. Für das Gesamtjahr 2016 erwartet die SNB nun ein Wachstum von rund 1.5%. Die Erholung dürfte allmählich auch den Arbeitsmarkt erfassen. Saisonbereinigt sollte sich die Arbeitslosigkeit in den kommenden Monaten stabilisieren.

Ungleichgewichte auf dem Hypothekar- und Immobilienmarkt bleiben bestehen

Während sich der Preisanstieg auf dem Immobilienmarkt im zweiten Quartal insgesamt abgeschwächt hat, blieb das Wachstum der Hypothekarkredite im Vergleich zum Vorquartal praktisch unverändert. Gemäss Einschätzung der Nationalbank bleiben die Ungleichgewichte auf dem Hypothekar- und Immobilienmarkt nach wie vor bestehen. Die Nationalbank beobachtet die Entwicklungen auf diesen Märkten weiterhin aufmerksam und prüft regelmässig, ob der antizyklische Kapitalpuffer angepasst werden muss.

 
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