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Die Fed verfolgt künftig eine restriktivere Geldpolitik

Donnerstag, 15.12.2016

Die US-Zentralbank hat den Leitzins zum zweiten Mal seit der Finanzkrise um 0,25 Prozentpunkte angehoben. Sie prognostiziert drei solcher Erhöhungen für das Jahr 2017. An ihren Wirtschaftsprognosen hält sie weitgehend fest.

Der Offenmarktausschuss der US-Notenbank Federal Reserve (FOMC) hat die Leitzinsen wie erwartet um 25 Basispunkte angehoben. Dies ist die zweite Anhebung seit 2006, nach einer Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte im Dezember 2015. Der Leitzins bewegt sich damit künftig in einem Korridor zwischen 0.5% und 0.75%. Dieser Zinserhöhung sollen 2017, 2018 und 2019 jeweils drei weitere Zinsschritte folgen.

Fed geht in eine «hawkishere» Richtung

Die Märkte hatten für 2017 nur mit zwei Anhebungen gerechnet. «Wir haben deutliche Fortschritte hin zu unseren Zielen der Maximalbeschäftigung und einer Inflation von 2% gemacht», sagte Fed-Chefin Janet Yellen nach der Sitzung des Offenmarktausschusses am Mittwoch in Washington. Yellen sieht den Leitzins Ende 2017 somit bei 1.4%, Ende 2018 bei 2.1% und Ende 2019 bei 2.9%. Die Entscheidung wurde von den 10 Ausschussmitgliedern offenbar einstimmig getroffen.

Im Fokus der Marktteilnehmer stand gemäss Kommentaren von Analysten der Credit Suisse die Tonalität der Fed-Botschaft. Laut den Analysten geht die Fed nun einen kleinen Schritt in eine hawkishere Richtung.

Wirtschaftsprognosen bleiben unverändert

Die geldpolitische Stellungnahme enthielt laut den CS-Analysten keine signifikanten Änderungen gegenüber der im November abgegebenen Stellungnahme. Es sei vielmehr auf die seither beobachteten Verbesserungen am Arbeitsmarkt und auf den Anstieg der marktbasierten Inflationserwartungen hingewiesen worden, obwohl diese immer noch als niedrig bewertet würden. Die kurzfristigen Risiken für den Wirtschaftsausblick seien wie im November als «mehr oder weniger ausgewogen» beschrieben worden.

Fed will auf Änderungen in Markt und Wirtschaft reagieren

Fed-Chefin Janet Yellen habe wie erwartet auf eine Diskussion darüber, wie die Fed auf potenzielle Konjunkturpakete einer neuen US-Regierung reagieren könne, verzichtet. Stattdessen habe sie erklärt, dass die Fed sich der höheren Unsicherheit um den Wirtschaftsausblick bewusst sei; man werde zu gegebener Zeit auf allfällige Änderungen der wirtschaftlichen und Finanzmarktbedingungen sowie des Wirtschaftsausblicks reagieren. Die Fed werde also unverändert in Abhängigkeit von den Daten agieren, so die Analysten.

CS-Analysten warnen vor wirtschaftlichen Risiken

Angesichts der Unsicherheit im Hinblick darauf, mit welchen exakten fiskalischen Massnahmen zu rechnen sein könnte, behält die Credit Suisse ihr Basisszenario vorerst bei, in welchem sie von zwei Anhebungen der Federal Funds Rate im Jahr 2017 ausgeht. Auch weisen die Analysten auf ein erhebliches Risiko hin, dass sich das Wirtschaftswachstum der USA in den kommenden Monaten etwas verlangsamen könnte, nicht zuletzt aufgrund der höheren Zinsen und des stärkeren Dollars.

Werde die Haushaltspolitik jedoch signifikant gelockert, und bleibe die Wirtschaft auf ihrem aktuellen robusten Wachstumskurs, würde eine zusätzliche (dritte) Zinserhöhung in der zweiten Jahreshälfte 2017 viel wahrscheinlicher, insbesondere, da die realen Zinsen immer noch sehr niedrig seien.

 
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