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Die UBS hat für 2016 ein ansprechendes Ergebnis publiziert

Freitag, 27.01.2017

Der UBS-Reingewinn belief sich 2016 auf 3,3 Milliarden Franken. Das ist rund die Hälfte des Vorjahres. Die Kundenvermögen fielen höher als erwartet aus; das Neugeld im Wealth Management enttäuschte aber. Der Markt zeigt sich dennoch zufrieden.

Die UBS AG hat im Geschäftsjahr 2016 einen Reingewinn von 3,3 Milliarden Franken erzielt. Das ist mehr als Experten im Vorfeld erwartet hatten. Es ist aber auch rund die Hälfte weniger als im Jahr zuvor. Grund für den Gewinnrückgang sind Sondereffekte. So profitierte die Bank 2015 von Steuergutschriften aufgrund früherer Verluste in Höhe von knapp 2 Milliarden Franken, von einmaligen Einnahmen aus Immobilienverkäufen und von vorteilhafteren Buchführungsregeln. Laut Beobachtern sollte das 2016er Ergebnis daher eher mit dem Ergebnis von 2014 verglichen werden, was zeige, dass das Niveau des Reingewinns fast identisch sei. Dies verleite zum Schluss, dass die Bank nicht wirklich weitergekommen sei.

Analysten zeigen sich zufrieden

Analysten der Zürcher Kantonalbank (ZKB) sehen dies anders. Insbesondere für das schwierige vierte Börsenquartal habe die UBS ein ansprechendes Ergebnis publiziert. Trotz flauem Anlegervertrauen habe der Ertrag positiv überrascht. Dies trifft allerdings nicht auf das Kerngeschäft Wealth Management zu; dort ist die Bruttomarge um 2 Basispunkte gesunken, statt gestiegen. Mit der vorgeschlagenen Dividende von 60 Rappen zeigen sich die Analysten indes zufrieden.

Unversteuerte Gelder belasteten die Vermögensverwaltung

Mit dem Vermögensverwaltungsgeschäft harzte es in den vergangenen Monaten aber. Dabei sollte aus diesem Geschäftsbereich das künftige Wachstum kommen. So musste die UBS in wichtigen Wachstumsmärkten deutliche Einbussen hinnehmen. Die Bank konnte beispielsweise in Asien nicht mehr zulegen und verzeichnete in den aufstrebenden Schwellenländern Vermögensabflüsse. Gerade bei Kunden aus Südamerika spielte es nach wie vor eine Rolle, dass ihre Gelder noch nicht bei den Steuerbehörden gemeldet waren. Dieser Effekt sollte, sobald der automatische Informationsaustausch greift, schwächer werden. Insgesamt sind der UBS aber 40 Milliarden Franken Neugelder zugeflossen. Im laufenden Jahr soll wieder mehr Geld zur Bank strömen, doch nicht um jeden Preis.

UBS-Geschäft wuchs stärker als erwartet

Das US-Geschäft legte deutlich zu. Vor einigen Jahren noch verlor die UBS Geld in den USA; nun erzielt sie dort einen Vorsteuergewinn von mehr als 1 Milliarde Franken. In der Schweiz legt die UBS seit Jahren zu. Im letzten Jahr so stark wie noch nie seit der Finanzkrise 2008. 

Kosten sind gesunken

Die Überraschung auf der Kostenseite ist gemäss Analysten auf einen tieferen Restrukturierungsaufwand und auch tiefere Rückstellungen für Rechtskosten zurückzuführen. Zwei grosse Fälle sind allerdings noch hängig: die Auseinandersetzung mit dem amerikanischen Justizministerium in Bezug auf Hypothekaranleihen sowie der Konflikt mit Frankreich, wo der UBS vorgeworfen wird, Anlegern geholfen zu haben Steuern zu umgehen. Die Rechtsstreitigkeiten dürften 2017 zwar gelöst werden. Die finanziellen Folgen sind aber noch ungewiss.

UBS hat ihren Ausblick merklich verbessert

Die Anleger seien zwar immer noch verunsichert. Dennoch beobachte die UBS vor allem in den USA erste Anzeichen eines wachsenden Anlegervertrauens, kommentieren die Analysten weiter. Die Zinsmarge sei unter Druck. Höhere US-Dollarzinsen wirkten aber kompensierend.

Die ZKB-Analysten wollen ihre Gewinnschätzungen nach oben anpassen, jedoch nicht substanziell. Bei den hochmargigen und höher bewerteten Einheiten wie der Vermögensverwaltung dürften ihre Schätzungen aber kaum signifikant ansteigen.

 
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