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«Die Reflation der Weltwirtschaft gelingt»

Dienstag, 24.01.2017

Die Inflationsraten legen in allen wichtigen Wirtschaftsräumen zu. Steigendes Wirtschaftswachstum sollte helfen, populistische und protektionistische Tendenzen abzumildern. Die „Pax Americana“-Periode neigt sich indes dem Ende entgegen.

«Die Wirtschaft startet synchron in allen grossen Wirtschaftsräumen und mit einer hohen Dynamik in das Jahr 2017, sodass Rohstoff- und Erzeugerpreise sukzessive ansteigen», wie Chefökonom Dr. Karsten Junius von der Bank J. Safra Sarasin beobachtet. «Die Reflation der Weltwirtschaft gelingt», ist Junius überzeugt. Deflationsgefahren müssten die Zentralbanken dieses Jahr wohl nicht mehr diskutieren. Für sie werde eher ein Thema sein, in wie weit sie auf die Aussicht auf fiskalpolitische Geschenke reagieren sollten. «Diese könnten in den USA zu einem Zeitpunkt zu wirken beginnen, in dem ein enger Arbeitsmarkt bereits zu Inflationsdruck führt», warnt Junius.

US-Zentralbank dürfte Zinsen 2017 weiter erhöhen

Dennoch – erhöht die US-Zentralbank die Leitzinsen im Vorfeld von Steuersenkungen oder höheren Staatsausgaben zu stark, riskiert sie, angesichts des stärkeren US-Dollars und der gestiegenen US-Zinsen die Wirtschaft zu früh abzuwürgen, mahnt Junius. Er geht für 2017 in den USA von zwei Zinserhöhungen im Frühjahr und im Herbst aus.

Politische Risiken in Europa sind keine Bedrohung für den Finanzmarkt

Die sich verbessernde Wirtschaftsentwicklung in der Eurozone sollte den Arbeitsmarkt 2017 weiter stimulieren, ist Junius überzeugt. In Ländern mit einer überdurchschnittlichen Wettbewerbsfähigkeit wären kräftige Lohnsteigerungen hilfreich, um den privaten Konsum zu stimulieren und das Ungleichgewicht in der Handelsbilanz abzumildern, wie er meint. Steigendes Wirtschaftswachstum sollte auch dazu beitragen, populistische und protektionistische Tendenzen abzumildern.

Ende von Pax Americana-Periode könnte Wachstum verlangsamen

Eine weit grössere Gefahr sieht Junius darin, dass die Periode ende, die mit Pax Americana beschrieben werden könne. Die letzten Jahrzehnte hätten die Regeln sowie die von den westlichen Mächten aufgebauten Institutionen und demokratischen Prozesse für eine politische und ökonomische Ordnung gesorgt. Diese gegen Protektionismus und eine ad-hoc Politikstil einzutauschen, führe vielleicht zu dem einen oder anderen kurzfristigen Erfolg, mittelfristig jedoch zu geringerem Potenzialwachstum, wie er sagt.

Finanzmärkte haben hohe Erwartungen an „Trumpnomics“

An den Aktienmärkten sind die Erwartungen an die neue US-Administration bereits sehr hoch, wie Jan Amrit Poser, Chefstratege und Leiter Nachhaltigkeit der Bank J. Safra Sarasin, erklärt. Die Wirtschaftserholung werde sich in einem starken Anstieg der Unternehmensgewinn niederschlagen und die Aktien beflügeln. Die Aktienmärkte hätten bis zum Jahresende weiteres Potenzial, wie er meint. Er zieht US- und japanische Aktien europäischen Werten vor. Schwellenländeraktien würden ihre Erholung aber trotz steigender US-Zinsen fortsetzen.

Aktien- und Hochzinsanleihen übergewichten

Mit der Chance, dass der globale Wirtschaftsaufschwung bis in das nächste Jahr reiche, sei das Abwärtsrisiko für Aktien und Investmentgrade und Hochzinsanleihen begrenzt, sagt Poser. Die Wertentwicklung beider Vermögensklassen sollte diejenige von Staatsanleihen übertreffen.

Optimistisch zeigt sich Poser auch für den US-Dollar, sowie für den Schweizer Franken, der aufgrund der geringen Zinsdifferenz zu Euro-Anlagen weiter unter Aufwertungsdruck steht.

Quelle: Bank J. Safra Sarasin; Stand: Januar 2017

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