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Schweizer Pensionskassen erzielten im Februar wieder mehr Rendite

Donnerstag, 16.03.2017

Die beschleunigende Weltwirtschaft und vorteilhaften Finanzierungskonditionen beflügelten die globalen Aktienmärkte im Februar. Pensionskassen im Sample der UBS erzielten so eine Rendite von 1.72% - die beste Performance seit Oktober 2015.

Vorlaufende Indikatoren weisen für die kommenden Monate insbesondere in den USA und in den Schwellenländern, aber auch in der Schweiz auf ein robustes Wachstum hin. Seit Jahresbeginn steigt die Inflation weltweit wieder an; die Geldpolitik dürfte in der Eurozone und in der Schweiz aber noch bis ins Jahr 2018 hinein deutlich stimulierend wirken. In den USA hingegen wurde angesichts des zunehmend knappen Arbeitsmarkts schon im März ein weiterer Zinsschritt vorgenommen.

Kleine Vorsorgewerke schnitten im Februar am besten ab

Bei den Pensionskassen konnten alle Vergleichsgruppen ihre Renditen gegenüber dem Vormonat verbessern. Insgesamt erzielten die Pensionskassen im Sample der UBS eine durchschnittliche Monatsperformance von 1.72%. Kleine Vorsorgewerke mit Vermögen bis 300 Millionen Franken schnitten mit einer Monatsperformance von 1.88% am besten ab. Ihnen folgten die mittleren Pensionskassen, mit 300 Millionen bis zu einer Milliarde Franken Vermögen, die eine Rendite von 1.66% erzielten. Die schwächste Performance, mit 1.54% Rendite, verbuchten Vorsorgewerke mit über einer Milliarde Franken an verwalteten Vermögen.

Pensionskassen erwirtschaften seit 2012 durchschnittlich 4.91% Rendite

Die Pensionskassen im Sample der UBS erwirtschafteten seit 2012 nach Abzug von Gebühren annualisiert durchschnittlich 4.91%. Die Pensionskassen mit verwalteten Vermögen über eine Milliarde Franken erzielten seit 2012 mit 5.08% die höchste annualisierte Rendite. Die kleinen Vorsorgewerke konnten seit 2012 eine annualisierte Jahresrendite von 4.91% verbuchen, die Pensionskassen mittlerer Grösse 4.69%.

Kleine Vorsorgewerke weisen die tiefste risikobereinigte Rendite auf

Die Sharpe Ratio, also die Rendite bereinigt um das Risiko, stieg für alle betrachteten Pensionskassen über die vergangenen 36 Monate von 1,20 im Januar auf 1,24 im Februar. Der Anstieg spiegelt die deutlich positive Performance der Pensionskassen im Februar, bei geringer Volatilität. Dabei konnten die Pensionskassen mit verwalteten Vermögen über eine Milliarde Franken mit einer Sharpe Ratio von 1,49 risikobereinigt die höchste Rendite erzielen. Die kleinen Vorsorgewerke mit Vermögen bis 300 Millionen Franken wiesen mit 1,12 die tiefste risikobereinigte Rendite über die vergangenen 36 Monate auf.

Aktien Global rentierten im Februar am meisten

Die Verunsicherung hinsichtlich der Siegeschancen von Marine le Pen in den kommenden französischen Präsidentschaftswahlen stützte im Februar die auf Sicherheit ausgerichteten Anleihemärkte und verhalf diesen zu deutlich positiven Renditen. Die Spreads der französischen Anleihen stiegen gegenüber den deutschen jedoch an. In den Portfolios der Pensionskassen im Sample der UBS verzeichneten die in Schweizerfranken denominierten Obligationen im Februar im Durchschnitt eine Rendite von 1.06%; Obligationen in Fremdwährungen rentierten sogar zu 1.85%.

Gleichzeitig belasteten die politischen Unwägbarkeiten die Aktienmärkte kaum. Diese verbuchten im Februar dank weiterhin sehr solider globaler Konjunkturdaten sowohl in der Schweiz mit 3.39% als auch im Ausland mit 4.08% eine sehr starke Rendite.

Hedge Funds konnten sich mit einer Monatsrendite von 1.41% im Februar vom schwachen Jahresstart erholen. Das Schlusslicht bildeten mit 0.75% Performance Immobilienanlagen.

Weltweite Wirtschafts- und Finanzlage spricht für eine risikobereite taktische Ausrichtung

Die weltweite Wirtschafts- und Finanzlage spricht gemäss UBS nach wie vor für eine risikobereite taktische Ausrichtung. Die Konjunkturdaten deuteten auf eine Beschleunigung des globalen Wachstums hin. Dieses werde überwiegend von den USA und den Schwellenländern angetrieben.

Die Inflation ist im letzten Monat gestiegen, insbesondere in den USA, wo die Konsumentenpreise zum Vorjahr um 2.5% anzogen – der stärkste Anstieg seit 2012. Da am Arbeitsmarkt nahezu Vollbeschäftigung herrscht, erwartet die UBS, dass die US-Notenbank den Leitzins im Verlauf des Jahres um insgesamt 50 bis 75 Basispunkte anheben wird.

In Europa richten die Anleger das Augenmerk jetzt auf die bevorstehenden Wahlen in Frankreich. Die Volatilität globaler Anlagen blieb in letzter Zeit sehr gering. Eine kurzfristige Zunahme der Volatilität ist laut UBS nicht auszuschliessen. Sie erwartet aber nicht, dass die politischen Entwicklungen die Finanzmärkte in den nächsten sechs Monaten nachhaltig negativ beeinflussen werden.

US-Aktien übergewichten

Die UBS hält an ihrer Übergewichtungen in globalen und US-Aktien gegenüber erstklassigen Anleihen fest. Die jüngste Berichtssaison mit den Zahlen für das 4. Quartal 2016 bestätige ihre Einschätzung, dass sich die Gewinne weltweit erholten, unterstützt durch die stärkere Konsumnachfrage, steigende Investitionsausgaben der Unternehmen und höhere Rohstoffpreise.

Die globalen Aktienbewertungen bewegen sich laut UBS – gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis – nahe an ihren langfristigen Durchschnitten. Damit besteht ihrer Meinung nach Spielraum für einen weiteren Kursanstieg dank steigender Unternehmensgewinne.

Die Übergewichtung in US-Aktien beruhe auf der Ansicht, dass die US-Wirtschaft die aktuelle Erholung anführe, so die UBS. Die Politik der Regierung Trump könne die solide Wachstumsdynamik durch Steuersenkungen, Haushaltsausgaben und/oder regulatorische Lockerungen verstärken. Ihre Übergewichtung in globalen Aktien werde in den nächsten sechs Monaten von der erwarteten Outperformance von «Risikoanlagen» profitieren (das heisst vom Engagement im «Marktbeta»), ist die UBS überzeugt.

US-Treasuries schützen Portfolio gegen mögliches Überschiessen der Inflationsraten

Die UBS geht davon aus, dass der Anstieg längerfristiger US-Zinsen weitgehend abgeschlossen ist; sie erwartet über die nächsten Monate eine Abflachung der Zinskurve. Die US-Notenbank werde wohl mit weiteren Zinserhöhungen auf die solide Wirtschaftslage reagieren. 

Die UBS sieht deshalb eine attraktive Anlagemöglichkeit in zehnjährigen US-Treasuries gegenüber US-Dollar-Cash. Sie hält ausserdem übergewichtete Positionen in inflationsgeschützten US-Treasuries (TIPS) und US-Hochzinsanleihen (HY) gegenüber erstklassigen Anleihen. Die Inflationserwartungen seien inzwischen zwar an die Realität der steigenden Preise angepasst worden, was die Aussicht auf eine kurzfristige Outperformance der Position mindere. TIPS schützten das Portfolio jedoch nach wie vor gegen ein mögliches Überschiessen der Inflationsraten. Aufgrund des Zinsvorteils bevorzugt die UBS weiterhin US-Hochzinsanleihen gegenüber festverzinslichen Segmenten mit höheren Ratings.

Euro gegenüber dem US-Dollar bevorzugen

Die UBS bevorzugt den Euro gegenüber dem US-Dollar und rechnet mit einem Anstieg des Wechselkurses in Richtung seines fairen Wertes. Der Markt nehme derzeit zwei bis drei Zinserhöhungen der US-Notenbank (Fed) vorweg, aber die Erholung in der Eurozone werde nach wie vor unterbewertet. Auf Sicht von sechs Monaten prognostiziert die UBS einen Euro-Dollar-Kurs von 1.15.

Ausserdem ist die UBS in der schwedischen Krone gegenüber dem kanadischen Dollar übergewichtet. Aufgrund der Stärke der Binnenwirtschaft und der steigenden Hauspreise werde die schwedische Zentralbank in den kommenden Monaten wohl restriktivere Töne anschlagen, so die UBS weiter. Sie hält zudem einen Korb von Schwellenländerwährungen (BRL, INR, RUB, ZAR), die einen Zinsvorteil von über 7% p.a. gegenüber einem Korb ausgewählter Industrieländerwährungen (AUD, CAD, SGD) bieten.

 
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