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Politische Ereignisse dürften auch das Anlagejahr 2017 prägen

Dienstag, 22.11.2016

Das Wirtschaftswachstum dürfte sich im nächsten Jahr weltweit moderat beschleunigen, wobei es in den USA zulegen und in China weiter nachgeben könnte. Anleger müssen mit einer Polarisierung auch in der Politik rechnen, sagt die UBS.

Das globale Bruttoinlandprodukt (BIP) dürfte sich dank stärkerem US-Wachstum und trotz der Verlangsamung in China von 3.1% in diesem auf 3.5% im nächsten Jahr beschleunigen, wie das Chief Investment Office (CIO) von UBS Wealth Management prognostiziert. Politisch gesehen erwartet die UBS für 2017 angesichts der anstehenden Wahlen in den Niederlanden, Frankreich und Deutschland sowie dem Brexit eine Polarisierung bzw. Spaltung in Europa, was ihrer Meinung nach Auswirkungen auf die Anleger haben wird.

US-Zentralbank dürfte Zinsen im Dezember und 2017 dreimal anheben

Die UBS geht davon aus, dass die Notenbank Fed die Zinssätze einmal im Dezember 2016 und zweimal im Jahr 2017 anheben wird. Neue fiskalische Impulse dürften das Wachstum indes stützen und die Inflation stärker als die Zinsen ansteigen lassen.

In der Eurozone wird die Europäische Zentralbank (EZB) wahrscheinlich beginnen, die quantitative Lockerung zu drosseln. China dürfte die Verlangsamung weiterhin steuern und den USDCNY-Wechselkurs auf Sicht von zwölf Monaten auf 7.0 abwerten lassen.

Die Zentralbanken in den USA und Europa dürften auch künftig eher zu einer lockeren Geldpolitik tendieren, ist Mark Haefele, Global Chief Investment Officer bei UBS Wealth Management, überzeugt. Dies bedeute, dass Aktien, insbesondere in den USA und den Schwellenländern weiterhin Unterstützung erhalten und Anlagen mit einer passablen Rendite nach wie vor gefragt sein werden. «Die Anleger werden auch über Mittel und Wege nachdenken müssen, wie sie ihre Portfolios gegen eine steigende Inflation absichern», warnt Haefele.

US- und Schwellenländer-Aktien dürften 2017 zulegen

Die UBS prognostiziert in den USA Unternehmensgewinne von plus 8%, unterstützt von der Stabilisierung der Ölpreise, der expansiven Geldpolitik und potenziellen fiskalischen Impulsen der Regierung Trump.

Ein schwächerer US-Dollar, die niedrigen Zinssätze in den Industrieländern sowie die Stabilisierung des Wirtschaftswachstums und der Rohstoffpreise dürften den Schwellenländer-Aktien im nächsten Jahr weiterhin zugutekommen, so die UBS.

Angesichts der extrem niedrigen Renditen in der Eurozone, Japan und der Schweiz empfiehlt die UBS ausserdem, auf Unternehmen aus diesen Regionen zu achten, die zuverlässige Erträge bieten (Dividenden und Aktienrückkäufe). Solche hätten an Attraktivität gewonnen.

Schwellenländerwährungen dürften gegenüber Industrieländerwährungen profitieren

Durch die niedrigen Zinssätze in den Industrieländern sind hoch rentable Schwellenländerwährungen (Real, Rupie, Rubel und Rand) im Vergleich zu wachstumssensitiven Industrieländerwährungen (australischer Dollar, kanadischer Dollar, schwedische Krone) attraktiv.

Inflationsindexierte US-Staatsanleihen und Senior Loans erscheinen interessant

Senior Loans bieten einen Renditeaufschlag von 4% gegenüber Investment Grade-Unternehmensanleihen mit kurzen Laufzeiten. Das ist laut UBS attraktiv, selbst wenn die Ausfallquoten bis auf die langfristigen Durchschnitte steigen.

Das UBS CIO erwartet, dass Inflationsindexierte US-Staatsanleihen (TIPS) vom stärkeren Lohnwachstum, der Stabilisierung der Ölpreise, potenziellen fiskalischen Impulsen und einem schwächeren US-Dollar profitieren werden.

Auch Real Estate Investment Trusts (REITs) in der Region Asien/Pazifik dürften von den niedrigen Zinssätzen in den Industrieländern profitieren. Die Renditen gegenüber Staatsanleihen sind im Vergleich zum globalen Durchschnitt attraktiv.

Niedrige Renditen und steigende Risiken machen erstklassige Anleihen unattraktiv

Die Renditen von erstklassigen Anleihen sind vernachlässigbar niedrig und die Risiken nehmen zu, ist die UBS überzeugt. Die Anleger sollten darüber nachdenken, einige der Absicherungsmerkmale dieser Anlageklasse mit anderen Ansätzen nachzubilden, wie systematischen Absicherungs- und Allokationsstrategien. Sie rät, erstklassigen Anleihen zu verkaufen

Alternative Anlagen könnten sich als wertvoll erweisen

Die Zunahme der industriellen Aktivität, die politische Unsicherheit und die sinkenden Realzinsen dürften die beiden Edelmetalle Palladium und Platin nach Ansicht der UBS stützen.

Die Erträge der traditionellen Anlageklassen dürften 2017 moderat ausfallen. Unkorrelierte Engagements über Hedge Funds, private Märkte und kurzfristige Anlagemöglichkeiten könnten sich als wertvoller denn je erweisen.

Gewisse Anlagethemen bieten auch langfristig Perspektiven

Die UBS sieht im Gesundheitswesen in den Schwellenländern Aufholpotenzial. In den Entwicklungs- und Schwellenländern stiegen die Gesundheitsausgaben deutlich schneller als das Wirtschaftswachstum, was Unternehmen und Anlegern, die den Ansatz des Impact Investing verfolgten, gewisse Möglichkeiten biete.

Das Thema Energieeffizienz gewinnt an Brisanz. Regierungen böten inzwischen mehr Anreize zur Minderung der Kohlenstoffemissionen und zur Senkung des Energieverbrauchs. Diese Normen betreffen nun 30% des weltweiten Treibstoffbedarfs.

Auch das Thema Bildung bietet laut UBS Potenzial. Unternehmen würden helfen, die Nachfrage nach höherer Bildung und Berufsausbildung zu decken, da die Regierungen Mühe hätten, Schritt zu halten.

Die Politik nicht aus den Augen lassen…

Eine aktuelle Umfrage unter den Unternehmern aus aller Welt im UBS Industry Leader Network zeigt, welche Bedeutung die Politik für die Anlageplanung hat: 25% der Befragten halten die politische Landschaft für die grösste potenzielle Veränderung für ihr Unternehmen im Jahr 2017, 19% nennen den technologischen Fortschritt und 12% führen andere Umwälzungen an. Von den befragten Unternehmern erwarten 44% keine Veränderungen.

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