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Die Zurich will die Rentabilität bis 2019 massiv steigern und die Kosten weiter senken

Freitag, 18.11.2016

Die Zurich Insurance Group gab anlässlich ihres Investorentages die neue Strategie bis 2019 und ihre Ziele bekannt. Diese zeigen leichte Anpassungen gegenüber den bisherigen Zielen. Marktbeobachter zeigen sich zufrieden.

Der Versicherungskonzern Zurich will sich in den kommenden drei Jahren auf die Umsetzung neuer Ziele fokussieren, die Profitabilität «durch Zuflüsse von hoher Qualität» steigern und das Geschäft «an die neuen Marktrealitäten anpassen», so dass der Konzern «für die Zukunft bestens gerüstet sei», erklärte Group Chief Executive Officer Mario Greco anlässlich des Investorentages am 17. November 2016.

Rentabilitätssteigerung steht im Zentrum der neuen Strategie

Der Fokus der neuen Strategie liegt auf der Erhöhung der Rentabilität. Dadurch soll Zurichs Position als führender globaler Versicherer von Lebens- sowie Sach- und Schadensrisiken konsolidiert werden. Aufbauend auf der starken Marke Zurich will die Gruppe ihre Kundenbeziehungen vertiefen, ihr Geschäft weiter vereinfachen und die Kosten beträchtlich senken.

Sparziel ist deutlich angehoben worden

Die Gruppe will bis 2019 Nettoeinsparungen von 1,5 Milliarden US-Dollar erzielen, ausgehend von den Werten von 2015. Das ist mehr, als Marktteilnehmer erwartet hatten (1,2 Milliarden Dollar). Damit ist das Sparziel deutlich angehoben worden (bisher: Einsparungen von 1 Milliarde US-Dollar bis 2018).

Dieses höhere Sparziel soll vorrangig durch eine umfassende Überprüfung von IT-Systemen, Verträgen mit Lieferanten, Shared Services-Angeboten und Beschaffungsprozessen erreicht werden. Die Erzielung der Einsparungen hat allerdings weitere Restrukturierungskosten von rund 500 Millionen Dollar pro Jahr für 2017 und 2018 zur Folge.

Die Gruppe will aber nicht nur Massnahmen zur Effizienzsteigerung durchführen, sondern auch in die Zukunft investieren. So will Zurich vor allem in neue Technologien, in Systeme und in Datenanalyse investieren, um die Effizienz der Gruppe und das Angebot für die Kunden zu verbessern.

Verschiedene Massnahmen sollen helfen, die Rentabilität zu erhöhen

Um im Bereich Unternehmensversicherungen rentabler zu werden, will die Gruppe die Leistung im Underwriting verbessern. Zurich will dies durch eine diszipliniertere Verwendung von Underwriting-Tools erreichen, sowie durch Initiativen zur Glättung der Portfolio-Volatilität, indem sie die Risikoexposition begrenzt.

Im Bereich Commercial will Zurich ihre technische Expertise weiter verbessern und die einheitliche Vermarktungsstrategie stärken.

Im Bereich Retail zielt Zurich darauf ab, ihr Angebot zu differenzieren. Erreicht werden soll dies durch die Stärkung der digitalen Fähigkeiten und der Anwendung von Kennzahlen wie dem Net-Promoter-Score, was «ein besseres Verständnis für die Bedürfnisse und Präferenzen der Kunden ermögliche».

Weiter will Zurich ihre Vertriebskooperationen vertiefen und diese durch zusätzliche Bank- und andere Vertriebsvereinbarungen ausbauen. Das Angebot für Kleinunternehmen und deren Inhaber soll verbessert werden, indem sich Zurich auf einheitliche Dienstleistungsstandards in ihren Schlüsselmärkten fokussiert.

Farmers bleibt ein wesentlicher Teil des US-Geschäfts von Zurich. Die Farmers Exchanges, die sich im Eigentum ihrer Versicherungsnehmer befinden, werden ihr Augenmerk u.a. auf Cross-Selling-Massnahmen richten, wodurch sich der Ertrag aus den Gebühren von Farmers Management Services erhöhen soll.

Vorgabe zur Kapitalstärke bleibt unverändert

Durch die Änderungen will Zurich bereits 2017 in der Lage sein, eine Eigenkapitalrendite von mehr als 12% zu erzielen (bisher: 12–14%), die in den nächsten drei Jahren noch steigen soll, und dies bei einer höheren Eigenkapitalbasis aufgrund geplanter Änderungen in der Anlage-Allokation.
Die Gruppe will im dreijährigen strategischen Zeitraum bis 2019 zudem Mittelzuflüsse von mehr als 9,5 Milliarden Dollar erwirtschaften und ihre starke Kapitalbasis mit einer unveränderten Quote des Z-ECM von 100 - 120% bewahren.

Neu gilt ein klares Bekenntnis zur Dividende

Neu gilt ein klares Bekenntnis zur Dividende. Die Ausschüttungsquote des den Aktionären zurechenbaren Reingewinns soll rund 75% betragen, wobei jeweils mindestens 17.00 Franken pro Aktie bezahlt werden. Für eine Dividendenausschüttung von 17.00 Franken pro Aktie sind derzeit rund 2,7 Milliarden Dollar pro Jahr nötig. Ermöglicht werden soll dies durch die Steigerung der Gewinne.

Analysten werten die Ankündigungen positiv

Das klare Bekenntnis zur Dividende werten Analysten etwa von der Zürcher Kantonalbank (ZKB) als positiv; bisher habe Unsicherheit an der Börse geherrscht, zumal Zurich-Chef Mario Greco im Sommer 2016 Äusserungen gemacht habe, die auf eine Reduktion hätten schliessen lassen. Die Analysten zeigen sich mit den gemachten Ankündigungen der Zurich insgesamt zufrieden.

 
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