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Die Zurich Insurance Group weist weiterhin negative Wachstumsraten aus

Freitag, 13.05.2016

Die Kennzahlen der Zurich Insurance Group für die ersten drei Monaten 2016 zeigen Wachstumsraten mit negativen Vorzeichen. Analysten zeigen sich dennoch zufrieden: Die neue Geschäftsleistung verbucht damit erste Restrukturierungserfolge.

Die Zurich Insurance Group erzielte in den ersten drei Monaten 2016 einen Umsatz von 17,590 Milliarden US-Dollar – 6% weniger als in der Vorjahresperiode. Der Betriebsgewinn sank um 16% auf 1,087 Milliarden Dollar. Der den Aktionären zurechenbare Reingewinn nach Steuern sank gar um 28% auf 875 Millionen Dollar. Die Netto-Rendite aus Kapitalanlagen der Gruppe beträgt 0.9% (Q1 2015: 1.0%); die Gesamtrendite aus Kapitalanlagen der Gruppe liegt bei 2.7% (2.6%). Damit weist die Zurich dennoch ein Kennzahlenset aus, das die Markterwartungen insgesamt übertrifft.

Nichtleben-Geschäft weist erste Restrukturierungserfolge auf

Dies gilt auch für die Entwicklung in der Nichtlebensversicherung, die derzeit stark im Fokus steht. Das Szenario weiterer Verluste auch aus möglichen grösseren Reservenverstärkungen ist laut Analyst Georg Marti von der Zürcher Kantonalbank (ZKB) nicht eingetreten.

Hingegen hätten erste Restrukturierungserfolge ausgewiesen werden können. Dies zeige sich auch anhand der wieder besseren operativen Profitabilität. Die Combined Ratio beträgt insgesamt 97.7% und liegt damit wieder in der Gewinnzone (CR von <100%). Sie betrug im vierten Quartal 2015 noch 108.6%, im dritten Quartal waren es 108.9% und für das zweite Quartal resultierten 100.0%, was ungenügende Werte waren.

Bei den Versicherungstarifen zeigt sich gemäss Marti eine insgesamt positive Entwicklung. Während die Preise im Vorjahr im Durchschnitt noch um 2% erhöht werden konnten, beträgt der Tarifanstieg für das erste Quartal 2016 insgesamt 3%. Marti schreibt den Erfolg der laufenden Restrukturierung zu.

Global Life leidet unter den tiefen Zinsen

Das Lebensversicherungsgeschäft (Global Life) weist einen nur moderaten Gewinn auf, der weiterhin unter der Guidance von rund 350 Millionen Dollar pro Quartal liegt. Aufgrund der tiefen Zinsen erwartet Marti allerdings ähnliches auch für die kommenden Quartale. Wie Zurich Insurance weiter erklärt, habe der starke US-Dollar gemachte Fortschritte indes „verschleiert“.

US-Tochtergesellschaften entwickeln sich gut

Farmers zeigt insgesamt eine gute Entwicklung, auch wenn die Gewinnerwartung nicht ganz erfüllt wurde. Dies ist Farmers Re zuzuschreiben, die laut Marti aufgrund erheblicher Unwetterschäden bei den Farmers Genossenschaften negativ zum Gewinnaufkommen beiträgt (-4 Mio USD). Farmers Management Services, die die Inkasso- und Servicedienstleistungen für die Farmers Genossenschaften erbringt, weist eine gute Entwicklung auf. Der Gewinnbeitrag ist mit 347 Millionen Dollar um 5.2% höher als im Vorjahr, was auch auf ein gutes Einnahmenwachstum bei den Farmers Genossenschaften zurückzuführen ist (+3.6%). Die Kommissionsmarge liegt bei 7.0%, der Zielgrösse der Zurich Insurance.

Für Übrige beträgt die Belastung -139 Millionen Dollar, womit sie deutlich unter der Guidance von rund -200 Millionen Dollar pro Quartal liegt, wie Marti ausführt. Dies sei vor allem geringeren Zinskosten und aufgeschobenen Aufwendungen im Marketing zuzuschreiben.

Kommende Perioden dürften weitere Verbesserungen aufweisen

Für die kommenden Perioden erwartet Marti, dass weitere operative Fortschritte erzielt werden können. Im Zentrum stehe dabei die Nichtlebensversicherung, die deutliches Verbesserungspotenzial aufweise. Wie dies konkret ausgeschöpft werden soll, wird am kommenden Investorentag vom 17. November 2016 erläutert. Aber auch bis dahin rechnet er mit sukzessiven Verbesserungen.

Restrukturierung generiert weitere Kosten

Die Restrukturierung wird wie letztes Jahr erwähnt weitere Kosten verursachen. Der zusätzliche Restrukturierungsaufwand beträgt etwa 500 Millionen Dollar und wird gesamthaft dem Geschäftsjahr 2016 belastet. Das erste Quartal enthält davon erst 55 Millionen Dollar.

Eigenmittel sind sehr solide

Die Eigenmittelausstattung ist weiterhin sehr solid, was auch anhand der hohen SST-Solvenzquote von 189% ersichtlich ist. Grössere Reservenverstärkungen sind laut Marti nicht zu erwarten. Dies decke sich auch mit den Aussagen des neuen CEO Mario Greco, der die Reservensituation in der Nichtlebensversicherung als angemessen einschätzt, auch in den USA.

Analysten schätzen Zurichs Zukunft optimistisch ein

Für die Zukunft erwartet Marti weitere Verbesserungen, insbesondere ab 2017. Die Reservensituation in der Nichtlebensversicherung gebe derzeit keinen Anlass zur Besorgnis, wie dies teilweise an der Börse befürchtet worden sei.

Auch die Cashgenerierung, die für die Dividendenausschüttung relevant ist, müsse derzeit nicht in Frage gestellt werden, so Marti weiter. Die ZKB geht in ihren aktuellen Schätzungen dennoch davon aus, dass für das Geschäftsjahr 2016 eine Dividende von 13.00 Franken pro Aktie eine realistischere Grösse sei als die bisher bezahlten 17.00 Franken. Es bestehe laut Marti aber eine gewisse Aussicht, dass die Dividende doch nicht gekürzt werde. Die Zurich Insurance verfüge über umfangreiche Eigenmittel, die auch proaktiv bewirtschaftet werden sollten. Grundsätzlich kämen dafür hohe Dividenden, Aktienrückkäufe oder externe Geschäftsverstärkungen in Frage. Für den Aktienkurs sieht Marti weiteres Aufholpotenzial.

 
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