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Die Zurich hat die Markterwartungen insgesamt übertroffen

Donnerstag, 11.08.2016

Die Zurich hat ihren Gruppenumsatz im ersten Halbjahr 2016 gehalten. Der Reingewinn brach wegen niedrigerer Kapitalgewinne, Restrukturierungskosten und einem höheren Steuersatz ein. Der neue CEO gibt sich zuversichtlich.

Die Zurich Insurance Group (Zurich) verzeichnet für das per 30. Juni 2016 abgeschlossene Halbjahr mit 36,061 Milliarden US-Dollar einen in etwa gleich hohen Gruppenumsatz wie im Vorjahreszeitraum (USD 36,008 Mia.). Der Betriebsgewinn sank um 2% auf 2,194 Milliarden Dollar. Der den Aktionären zurechenbare Reingewinn nach Steuern brach dagegen um 22% auf 1,613 Milliarden Dollar ein. Dafür verantwortlich waren laut Zurich niedrigere realisierte Kapitalgewinne, Restrukturierungskosten für die Turnaround-Pläne der Gruppe und ein höherer effektiver Steuersatz.

Schadenversicherungsgeschäft hat sich etwas erholt

Zurich-Chef Mario Greco zeigt sich dennoch zufrieden; die Zurich habe in den vergangenen sechs Monaten erhebliche Fortschritte erzielt und ihre Leistungen insbesondere im zweiten Quartal in einem anhaltend schwierigen Marktumfeld weiter verbessert.

Tatsächlich fiel der Betriebsgewinn im Nichtleben-Bereich im zweiten Quartal 2016 deutlich besser als erwartet aus. Er stieg um 44.1% auf 663 Millionen Dollar an. Das Underwriting Resultat beträgt 66 Millionen Dollar (2Q15: USD 0 Mio.) und das Investment Income 571 Millionen Dollar (2Q15: USD 508 Mio.). Auch hat die wieder erhöhte Underwriting-Disziplin im Schadenversicherungsgeschäft laut Mario Greco zu einer verbesserten Basis-Schadenquote geführt. Hinzu kommen Forex-Gewinne von 99 Millionen Dollar, weshalb das Resultat deutlich besser als erwartet ist, wie die Analysten der Zürcher Kantonalbank (ZKB) anmerken. Preisseitig zeige sich eine gleichbleibende Dynamik (2Q16: +2%, 1Q16: +2%).

Leben-Geschäft ist rückläufig

Im Leben-Bereich sank der Betriebsgewinn im zweiten Quartal um 1.7% auf 349 Millionen Dollar. Laut ZKB ist er jedoch besser als erwartet und nahe der Guidance für ein normales Quartal. Das Neugeschäft zeige mit -6% allerdings ein deutlich tieferes APE- (Jahresprämienäquivalent) Volumenwachstum und die Marge sei abnehmend, wenn auch auf hohem Niveau (2Q16: 24.0%, 1Q16: 27.0%, 4Q15: 24.9%). Die Kapitalgewinne betrugen 150 Millionen Dollar (2Q15: USD 417 Mio.); das gesamte Anlageergebnis betrug 1,034 Milliarden Dollar (2Q15: USD 1,301 Mia).

Ergebnis der US-Tochtergesellschaften hat Erwartungen leicht verfehlt

Der Betriebsgewinn von Farmers konnte im zweiten Quartal um 2.1% auf 335 Millionen Dollar zulegen und liegt damit leicht unter den Erwartungen. Dies geschah vor allem infolge eines Verlustes, bzw. einer erhöhten Schadenlast aus Naturkatastrophen in Texas, bei Farmers Re. Der Betriebsgewinn von Farmers Managements Services beträgt 350 Millionen Dollar (2Q15: USD 329 Mio.), der von Farmers Re 15 Millionen Dollar (2Q15: USD 0 Mio.). 

„Übrige“ Geschäftsentwicklung ist schlechter als erwartet

Der Betriebsgewinn der übrigen Geschäftssparten ist mit -249 Millionen Dollar negativ (2Q15: USD -184 Mio.). Die Belastung ist somit höher als erwartet und auch höher als die Guidance, vor allem infolge unvorteilhafter Währungsentwicklungen, wie die ZKB anmerkt.

Schaden-Kostensatz hat sich verbessert

Die Combined Ratio ist mit 99.0% (2Q15: 100.0%) besser als erwartet. Die laufende Schaden-Kosten-Quote beträgt 94.7% (Vorjahr: 97.9%). Der Kostensatz beträgt 30.3% (2Q15: 31.6%).

Kapitalisierung ist ausreichend

Die Eigenmittel haben um 0.8% auf 31,632 Milliarden Dollar abgenommen. Die Eigenmittelbasis liegt damit im Rahmen der Erwartungen. Der Buchwert pro Aktie beträgt 206.62 Franken (1Q16: CHF 198.24). Die Solvenz ist nach wie vor gut; der Swiss Solvency Test liegt per Ende 2015 bei 189%.

Auch Group Chief Executive Officer Mario Greco erachtet die Kapitalbasis als robust. Es zeichne sich ab, dass die Mittelzuflüsse in der Strategieperiode bis Ende 2016 bei mehr als 10 Milliarden Dollar liegen würden. Die Zurich sei zuversichtlich, dass sie durch die weitere Umsetzung ihrer Verbesserungsmassnahmen ihren Aktionären im Jahr 2016 und darüber hinaus eine gute Rendite bieten könne.

Neuer CEO gibt sich für die Zukunft optimistisch

Wie Mario Greco weiter erklärt, liefere das Effizienzprogramm erste Resultate; auch hätten sie Massnahmen ergriffen, um ihre Position in den USA, in Malaysia und in Australien zu stärken. Gleichzeitig seien sie aus mehreren Geschäften ausgestiegen, die für die Zurich nur begrenztes Potenzial böten. 

Im Zuge der Vorbereitung auf den nächsten Strategiezyklus habe die Zurich bereits Massnahmen ergriffen, um ihre Management- und Betriebsstrukturen zu vereinfachen. Ausserdem hat die Gruppe im Juni angekündigt, dass sie ihre Organisations- und Managementstruktur vereinfacht, um das Unternehmen beweglicher zu machen, klarere Verantwortlichkeiten zu schaffen und die Entscheidungswege zu verkürzen.

Zurich übernimmt Ernteversicherer in den USA und Versicherer in Malaysia

Im ersten Halbjahr 2016 vollzog die Zurich die Übernahme von Rural Community Insurance Services (RCIS), einem  führenden Anbieter von Ernteversicherungen in den USA. Zudem hat die Zurich MAA Takaful in Malaysia übernommen. Die Zurich sei weiter im Begriff, von der Macquarie Group den Geschäftsbereich Einzelleben in Australien zu übernehmen.

Zurich trennt sich vom Schadenversicherungsgeschäft in diversen Ländern

Im Zuge der Optimierung ihrer globalen Präsenz hat die Zurich im Juni den Verkauf des Schadenversicherungsgeschäfts in Taiwan und Marokko sowie im Juli den Verkauf der Geschäfte in Südafrika und Botswana bekannt gegeben.

Weitere Verbesserungen sind nötig

Laut ZKB hat die Zurich in der Nichtlebensversicherung deutliche Fortschritte erzielt. Dennoch seien weitere Verbesserungen nötig, die im Rahmen der laufenden Restrukturierung auch angestrebt würden. Insgesamt übertreffe der Zweitquartalsabschluss die Erwartungen, vor allem dank einer guten operativen Entwicklung in der Nichtlebensversicherung und im Lebensgeschäft.

 
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