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Die Zurich hat den Turnaround ein Stück weit schon geschafft

Freitag, 11.11.2016

Die Zurich Versicherungsgruppe hat die Markterwartungen mit ihrem 9-Monats-Abschluss 2016 insgesamt übertroffen. Auch die Restrukturierungsabsichten des Konzerns gehen laut Analysten in die richtige Richtung.

Die Zurich Insurance Group (Zurich) hat in den per 30. September 2016 abgeschlossenen neun Monaten einen Betriebsgewinn von 3,4 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet. Das entspricht einem Anstieg von 36% im Vorjahresvergleich. Der den Aktionären zurechenbare Reingewinn stieg um 11% auf 2,5 Milliarden Dollar. Verantwortlich dafür waren die zugrunde liegenden Fortschritte im Schadenversicherungsgeschäft (General Insurance) sowie die anhaltend starke Performance von Global Life und Farmers, wie der Versicherer meldet. Die Eigenkapitalrendite betrug 11.9%.

Die Verstärkung des Managementteams und die Vereinfachung der Konzernstruktur sind gemäss Group Chief Financial Officer George Quinn nun abgeschlossen. Die absoluten Kosten sind demnach weiter zurückgegangen, was die Zurich auf die zu Anfang des Jahres getroffenen Massnahmen zurückführt. Auch bleibe die Gruppe stark kapitalisiert, mit einer Solvenz, die klar innerhalb der Zielvorgaben liege.

Schadenversicherungsgeschäft hat massiv zugelegt

Im Schadenversicherungsgeschäft (General Insurance) kletterte der Betriebsgewinn gegenüber der Vorjahresperiode um satte 85% auf 1,8 Milliarden Dollar. Positiv beeinflusst wurden die Ergebnisse laut Zurich von einem verbesserten Schaden-Kosten-Satz, einem günstigen Katastrophen-Umfeld sowie einer für den Konzern positiven Entwicklung der Währungen.

Der Schaden-Kosten-Satz verbesserte sich im Vorjahresvergleich um 3.5 Prozentpunkte auf 98.4%. Die Bruttoprämien sanken um 3.3% in US-Dollar. Verantwortlich dafür waren vor allem die Neuzeichnung von Risiken und weitere im letzten Jahr angekündigte Massnahmen zur Verbesserung der Profitabilität.

Lebensversicherungsgeschäft schnitt besser als erwartet ab

Im Lebensversicherungsgeschäft erwirtschaftete die Zurich einen Betriebsgewinn von 1,0 Milliarden Dollar, was in US-Dollar, verglichen zum Vorjahreszeitraum, einem Anstieg um 3.1% entspricht. Die Performance verbesserte sich in allen Regionen ausser Nordamerika, wie die Zurich erklärt. Die Verbesserungen beruhten auf dem Wachstum in Lateinamerika und auf vorteilhaften Entwicklungen gegenüber versicherungsmathematischen Annahmen in Europa, Mittlerer Osten und Afrika (EMEA) sowie Asien-Pazifik.

Die Bruttoprämien, Policengebühren und Beiträge mit Anlagecharakter stiegen um 5.5% auf 22,5 Milliarden Dollar an, mit robustem Wachstum in EMEA und Asien-Pazifik.

Der Betriebsgewinn von Farmers in Höhe von 1,1 Milliarden Dollar blieb im Vergleich zum Vorjahr unverändert, da die anhaltende Dynamik von Farmers Management Services durch einen niedrigeren Beitrag von Farmers Re aufgehoben wurde.

Der Betriebsgewinn von Farmers Management Services stieg um 4% auf 1,0 Milliarden Dollar, gestützt auf steigende Gebühreneinnahmen von den Farmers Exchanges, die sich im Eigentum ihrer Versicherungsnehmer befinden.

Farmers Re erwirtschaftete einen Betriebsgewinn von 21 Millionen Dollar, unter anderem wegen eines einmaligen Gewinns. Die Bruttoprämien von Farmers Re gingen zurück. Verantwortlich dafür war die niedrigere Anteilsquote am Rückversicherungsvertrag, so die Zurich. Während das dritte Quartal arm an Schäden von Naturkatastrophen gewesen sei, habe die Neunmonatsperiode einen hohen Schadenaufwand aufgrund von Naturkatastrophen aufgewiesen, vor allem wegen Stürmen in Texas.

Auflösung von Rückstellungen beflügelte Non-Core Businesses

Das Segment Non-Core Businesses erwirtschaftete einen Betriebsgewinn von 42 Millionen Dollar. Diesem stand im Vorjahr ein Verlust von 12 Millionen Dollar gegenüber. Der Grossteil des diesjährigen Gewinns geht gemäss Zurich auf die Auflösung von Rückstellungen zurück, als Folge des Rückkaufs von Produkten mit wählbaren Garantien in den USA. Das Segment Non-Core Businesses beinhaltet Portfolios ohne Neugeschäft, die mit dem Ziel verwaltet werden, proaktiv Risiken zu reduzieren und Kapital freizusetzen.

Das Segment Other Operating Businesses wies einen gegenüber dem Vorjahr um 3% angestiegenen Betriebsverlust von 565 Millionen Dollar aus.

Nettoergebnis aus Kapitalanlagen ging um beinahe eine halbe Milliarde zurück

Das Nettoergebnis aus Kapitalanlagen der Gruppe (einschliesslich Nettokapitalerträge, realisierte Nettogewinne und -verluste aus Kapitalanlagen sowie Abschreibungen) trug in den ersten neun Monaten 5,5 Milliarden Dollar zum Gesamtertrag der Gruppe bei. Dies entspricht einer (nicht annualisierten) Nettorendite von 2.8% und einem Rückgang um 467 Millionen Dollar gegenüber dem Vorjahreszeitraum, was auf niedrigere realisierte Kapitalgewinne zurückzuführen ist.

Die Gesamtrendite aus Kapitalanlagen der Gruppe belief sich auf 6.1% (nicht annualisiert), verglichen mit 1.2% im Vorjahreszeitraum. Dafür verantwortlich waren in erster Linie die starke Wertentwicklung im festverzinslichen Anlagebereich aufgrund sinkender Renditen sowie sich verengende Credit-Spreads, im Gegensatz zu steigenden Renditen und einer Ausweitung von Credit-Spreads im Vorjahr.

Kapitalbasis ist nach wie vor stark

Die Gruppe verfügt weiterhin über eine starke Kapitalbasis. Die geschätzte Quote des Zurich Economic Capital Model (Z-ECM) lag per 30. September 2016 bei 113% und damit klar innerhalb des Zielbandes. Die Solvabilität gemäss Schweizer Solvenztest (SST) lag bei geschätzten 167%. Das den Aktionären zurechenbare Eigenkapital stieg um 4.1% auf 32,5 Milliarden Dollar.

Konzern plant den Umbau – und gibt personelle Änderungen bekannt

Am Investorentag vom 17. November will das Unternehmen seine strategische Aspiration bekanntgeben, welche auf Kunden und Kundenservice ausgerichtet sein soll und offenbar eine grundlegende Veränderung der Unternehmenskultur mit sich bringen wird.

Aus diesem Anlass hat die Zurich Isabelle Welton per sofort zum Group Chief Marketing, Communications and Culture Officer ernannt. Ihre bisherige Rolle als Group Chief Human Resources Officer wird ab 1. Januar 2017 von David Henderson übernommen. Er ist zurzeit bei MetLife als Executive Vice President, Human Resources, tätig. Beide werden direkt an Mario Greco, Group Chief Executive Officer, berichten.

Analysten zeigen sich zuversichtlich

Nach Ansicht der Analysten der Zürcher Kantonalbank (ZKB) übertrifft der 3Q16-Abschluss die Erwartungen insgesamt, vor allem aufgrund einer guten operativen Geschäftsentwicklung in allen Bereichen. Deutlich über den Erwartungen liegen dabei die Lebensversicherung und Farmers; aber auch die Nichtlebensversicherung trägt ihrer Meinung nach zum besseren Ergebnis bei.

Die Restrukturierungsabsichten der Zurich gehen laut ZKB insgesamt in die richtige Richtung; für die kommende Zeit erwarten die Analysten noch mehr, was sich auch weiter positiv auf den Aktienkurs auswirken werde.

 
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