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Die US-Zentralbank strafft ihre Geldpolitik weiter

Donnerstag, 16.03.2017

Die US Federal Reserve hat den Leitzins wie erwartet um 25 Basispunkte angehoben. Ihren Wirtschaftsausblick behält sie unverändert bei. Sie rechnet mit jeweils drei Zinserhöhungen um jeweils 25 Basispunkte in den Jahren 2017, 2018 und 2019.

Die amerikanische Zentralbank Federal Reserve (Fed) hat am Mittwoch wie erwartet das Zielband für den Leitzins um 25 Basispunkte auf 0.75-1.0% erhöht. Damit liegt der Leitzins nun auf dem Niveau von Herbst 2008, als die weltweite Finanzkrise ausbrach. Die Fed reagiert mit ihrer jetzigen Zinspolitik auf die mittlerweile warm gelaufene US-Konjunktur und einen weitgehend stabilen Arbeitsmarkt. Eine zu zögerliche Geldpolitik würde laut Fed-Chefin Janet Yellen grosse Risiken bergen. Es würde später schnellere Schritte nötig machen, wobei die USA in die Rezession stürzen könnten, wie sie erklärte.

Fed behält geldpolitischen Kurs bei

Diese Zinserhöhung war von den Märkten weithin erwartet worden. Das Augenmerk richtete sich deshalb eher auf nennenswerte Änderungen in der geldpolitischen Stellungnahme oder in den eigenen Prognosen der Fed, wie Analysten der Credit Suisse kommentieren. Zur Erleichterung der Märkte war keine beachtenswertere Veränderung des politischen Kurses festzustellen: Der Wortlaut der geldpolitischen Stellungnahme wurde an manchen Stellen geringfügig angepasst, doch wurde der breite Konjunkturausblick der Fed im Grossen und Ganzen unverändert beibehalten.

Konjunkturprognose ist stabil

Das Gleiche gilt für die Konjunkturprognosen: Die Prognosen für die Inflation, das Bruttoinlandprodukt (BIP) und die Arbeitslosenquote waren gegenüber den im Dezember 2016 abgegebenen Prognosen nahezu unverändert. In ihrer Pressekonferenz unterstrich Fed-Chefin Janet Yellen diese Botschaft der Kontinuität mit der Aussage, dass die Fed ihren Konjunkturausblick nicht geändert habe.

Federal Funds Rate dürfte bis Ende 2019 auf 3.0% steigen

Auch erwartet die Fed in den Jahren 2017, 2018 und 2019 immer noch drei Zinserhöhungen um jeweils 25 Basispunkte, wodurch die Federal Funds Rate bis Ende 2019 auf den (unveränderten) langfristigen Wert von 3.0% steigen würde. Die Fed dürfte dieses Jahr also noch zwei weitere Zinserhöhungen um jeweils 25 Basispunkte vornehmen.

Als Folge der Leitzinserhöhungen werden unter anderem die Kosten für Kreditkartenschulden, die Hypothekarzinsen und der Aufwand für Autodarlehen steigen.

Fed dürfte Reinvestition fällig werdender Anleihen anpassen

Ferner wird die Fed wohl ihre Bilanzpolitik der Reinvestition fällig werdender Anleihen in ihrem Portfolio anpassen, wie die CS-Analysten meinen. Dieses Thema sei zwar bei der März-Sitzung diskutiert worden, doch seien bislang keine Entscheidungen getroffen worden.

Die CS-Analysten erwarten gemäss ihrer Einschätzung, dass die US-Wirtschaft leicht über Potenzial wachsen, der Arbeitsmarkt sich weiter verbessern und die Kerninflation nach und nach steigen wird.

 
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