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Die Swiss Life profitiert von der Fokussierung aufs Vermögensverwaltungsgeschäft

Donnerstag, 11.08.2016

Die Swiss Life hat im ersten Halbjahr 2016 sowohl den Betriebs- wie auch den Reingewinn gesteigert. Sie konnte ihre „Gewinnquellen“ nach eigenen Angaben „diversifizieren“.

Die Swiss Life-Gruppe hat den bereinigten Betriebsgewinn im ersten Semester 2016 um 4% auf 730 Millionen Franken gesteigert. Daraus resultiert ein Reingewinn von 500 Millionen Franken (+1.4% gegenüber der Vorjahresperiode). Es sei ihr gelungen, das Fee-Ergebnis (Gebühren- und Kommissionsgeschäft) insbesondere aufgrund des gestiegenen Beitrags von Swiss Life Asset Managers sowie von Swiss Life Select in Deutschland und in der Schweiz um 16% auf 194 Millionen Franken zu erhöhen. Damit sei Swiss Life in der Diversifikation der Gewinnquellen einen weiteren Schritt vorangekommen, wie der Versicherer erklärt. Dennoch – die makroökonomischen Bedingungen für das Geschäft würden den Versicherer auch weiterhin fordern, wie Swiss Life-Chef Patrick Frost erklärt.

Prämieneinnahmen sind in allen Bereichen rückläufig

Die Prämieneinnahmen in lokaler Währung sind gegenüber der Vorjahresperiode um 9% auf 10,1 Milliarden Franken zurückgegangen. Die Swiss Life erklärt dies mit einem anspruchsvollen Marktumfeld sowie ihrer damit, dass Profitabilität und Kapitaleffizienz Priorität hätten. Im Gebühren- und Kommissionsgeschäft konnte die Gruppe in lokaler Währung um 3% auf 656 Millionen Franken zulegen.

Neugeschäftsanteil mit teilautonomen Versicherungslösungen wird gepusht

Im Heimmarkt Schweiz kam das Prämienvolumen auf 6,6 Milliarden Franken zu stehen. Das sind 6% weniger als in der Vorjahresperiode. Die Swiss Life sieht das als Konsequenz eines strengeren Underwritings insbesondere bei den Einmaleinlagen. Im Unternehmenskundenbereich verzeichnete die Swiss Life einen Prämienrückgang um 5% auf 5,9 Milliarden Franken. Im Privatkundengeschäft gingen die Prämien um 17% auf 0,7 Milliarden Franken zurück.

Die Swiss Life setzte ihre Vollsortimentstrategie im Unternehmenskundengeschäft aber erfolgreich fort: Der Neugeschäftsanteil mit teilautonomen Versicherungslösungen konnte auf 23% gesteigert werden (Vorjahr: 9%).

Traditionelles Geschäft wird „planmässig reduziert“

In Frankreich verzeichnete Swiss Life einen Prämienrückgang von 2% auf 2,0 Milliarden Euro, was hauptsächlich auf tiefere Einnahmen im Lebensversicherungsbereich zurückzuführen ist. Swiss Life in Deutschland erzielte ein Prämienvolumen von 576 Millionen Euro(Vorjahr: EUR 604 Millionen), ein Rückgang um 5%. Die planmässige Reduzierung des traditionellen Geschäfts konnte durch die Steigerung der modernen Sparprodukte sowie der Berufsunfähigkeitsversicherungen teilweise kompensiert werden. Swiss Life International verzeichnete einen Prämienrückgang von 42% auf 651 Millionen Euro – hauptsächlich im Geschäft mit vermögenden Privatkunden.

Operativer Gewinn wird in fast allen Bereichen gesteigert

Swiss Life Schweiz steigerte gegenüber der Vorjahresperiode ihren operativen Gewinn um 2% auf 420 Millionen Franken. Das Fee-Ergebnis stieg auf 11 Millionen Franken (Vorjahr: CHF 2 Mio.). Dies in erster Linie dank einem gesteigerten Beitrag von Swiss Life Select Schweiz.

In Frankreich konnte Swiss Life das Ergebnisniveau des Vorjahres mit 125 Millionen Euro knapp bestätigen (Vorjahr: EUR 126 Millionen). Das Fee-Ergebnis sank aufgrund eines Rückgangs bei Swiss Life Banque Privée auf 16 Millionen Euro (Vorjahr: EUR 20 Millionen). 

Deutschland verzeichnete eine Ergebnissteigerung um 13% auf 57 Millionen Euro. Haupttreiber war das gestiegene Fee-Ergebnis von 29 Millionen Euro (Vorjahr: EUR 21 Millionen) aufgrund des gesteigerten Beitrags bei den Endkundenvertrieben

Swiss Life International hat das Ergebnis von 20 Millionen Euro mit diszipliniertem Kostenmanagement auf 22 Millionen Euro (plus 11%) verbessert. Das Fee-Ergebnis stieg auf 17 Millionen Euro (Vorjahr: EUR 16 Millionen).

Ein starkes Segmentergebnis erzielte Swiss Life Asset Managers mit 115 Millionen Franken, was einem Plus von 13% entspricht, wobei der Ergebnisbeitrag des Drittkundengeschäfts mit 27 Millionen Franken stark ausgebaut werden konnte (plus 84%).

Vermögensverwaltungsgeschäft floriert

Swiss Life Asset Managers erzielte im Anlagegeschäft für Drittkunden in den ersten sechs Monaten 2016 einen Nettoneugeldzufluss von 4,9 Milliarden Franken. Damit verwaltete das Unternehmen 44,4 Milliarden Franken (plus 14% gegenüber Vorjahresende) an Vermögen für Dritte.

Zusammen mit den Anlagen der Versicherungsgesellschaften (CHF 157,8 Milliarden) verwaltete Swiss Life Asset Managers per 30. Juni 2016 Vermögen von insgesamt 202,2 Milliarden Franken (plus 9% gegenüber dem Vorjahresende). Der Ertrag von Swiss Life Asset Managers erhöhte sich um 9% auf 288 Millionen Franken (Vorjahr: CHF 263 Millionen). Davon stammt mit 153 Millionen Franken (plus 17%) mehr als die Hälfte aus dem Geschäft mit externen Kunden.

Effizienz wird weiter gesteigert

Die Effizienzquoten verbesserten sich gegenüber der Vorjahresperiode gruppenweit um 2 Basispunkte auf 0,28% (nicht annualisiert). Der Grund waren die im Versicherungsbereich rückläufigen Kosten sowie ein Anstieg der versicherungstechnischen Rückstellungen. Trotz weiter gefallenen Zinsen konnte die Neugeschäftsmarge mit 1.5% (Vorjahr: 1.7%) auf dem Ambitionsniveau gehalten werden. Der Wert des Neugeschäfts sank von 145 Millionen Franken im ersten Semester des Vorjahres auf 113 Millionen Franken.

Zinsen und Renditen sinken

Swiss Life erwirtschaftete im ersten Halbjahr 2016 trotz anhaltend tiefen Zinsen laufende direkte Anlageerträge von 2,2 Milliarden Franken und liegt damit leicht über dem Niveau der Vorjahresperiode (plus CHF 56 Millionen). Das entspricht einer nicht annualisierten direkten Anlagerendite von 1.5% (Vorjahr: 1.5%). Die Nettokapitalerträge reduzierten sich wegen tieferer Kapitalgewinne auf 2,3 Milliarden Franken (Vorjahr: CHF 2,8 Milliarden), was zu einer Nettoanlagerendite von 1.6% führte (Vorjahr: 2.0%). Diese Anlagerendite ermöglichte einmal mehr, die versicherungstechnischen Rückstellungen zugunsten der Versicherten zu stärken (um CHF 0,5 Milliarden).

Der durchschnittliche technische Zins sank in Folge von Rückstellungsverstärkungen und des verbesserten Business-Mix auf 1.58% (gegenüber 1.64% per 1. Januar 2016).

Solvenz ist solide

Swiss Life erreichte im ersten Halbjahr 2016 eine bereinigte Eigenkapitalrendite von 11.1% (Vorjahr: 11.6%). Das den Aktionären zurechenbare Eigenkapital stieg um 18% auf 14,3 Milliarden Franken – insbesondere aufgrund der höheren unrealisierten Gewinne auf Obligationen. Die Cash-Remittance an die Swiss Life Holding AG konnte im ersten Halbjahr 2016 auf 557 Millionen Franken gesteigert werden (Vorjahr: CHF 369 Millionen). Swiss Life wies per 1. Januar 2016 eine SST-Quote von 146% aus (bei der FINMA eingereicht auf Basis des mit Auflagen genehmigten internen Modells). Die Solvenz nach dem europäischen Standard «Solvency II» lag per 1. Januar 2016 bei über 200%.

Markterwartungen wurden erfüllt

Laut den Analysten der Zürcher Kantonalbank (ZKB) hat die Swiss Life für das erste Halbjahr 2016 insgesamt gute Kennzahlen ausgewiesen, die über den Erwartungen liegen; dies vor allem dank des starken Betriebsergebnisses. Gleichzeitig führe die Swiss Life die bisherigen positiven Verbesserungstrends fort, insbesondere im operativen Bereich. Die ZKB erachtet das Anlageergebnis weiterhin als solid und die Eigenmittelsituation als gut.

 
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