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Die Schweizer Pensionskassen erlitten im Juni 2015 Renditeeinbussen

Freitag, 10.07.2015

Schweizer Vorsorgewerke haben im Juni 2015 mehrheitlich negative Renditen erzielt. Auch die kumulierte Halbjahresperformance weist eine rote Null auf. Die Vorsorgeverpflichtungen haben sich indes weiter erhöht.

Für die meisten Schweizer Pensionskassen hat der Sommer 2015 aufgrund der negativen Monatsrenditen in allen Anlageklassen sehr schlecht begonnen. Sie mussten im Juni eine Monatsrendite von durchschnittlich -1.6% hinnehmen. Damit reichte der Juni fast an das schlechte Ergebnis des vergangenen Januars mit seinen Verwerfungen an der Aktienbörse und der Frankenaufwertung heran.

Grosse Pensionskassen erzielten kleinere Anlageverluste

Die Performanceunterschiede zwischen den Peer-Gruppen waren kleiner als Anfang Jahr. Die schlechteste Rendite mit -1.70% erzielten Pensionskassen mit einem Vermögen von unter 300 Millionen Franken, gefolgt von Kassen mit einem Vermögen zwischen 300 Millionen und einer Milliarde Franken, deren Performance bei -1.61% lag. Kleiner waren die Verluste nur bei Kassen mit über einer Milliarde Franken Vermögen, die eine Rendite von durchschnittlich -1.44% erzielten. Mit dem deutlich negativen Anlageergebnis im ersten Sommermonat 2015 resultierte für die erste Jahreshälfte kumuliert eine rote Null. Da die kleineren Vorsorgeeinrichtungen im Juni erneut die schlechteste Performance erzielten, ist ihr allgemeiner Performancerückstand zu den anderen Peer-Gruppen wieder grösser geworden.

Alle Anlageklassen wiesen negative Monatsrenditen aus

Alle Anlageklassen, selbst die Immobilien mit einer roten Null (-0.02%), wiesen im Juni 2015 aus Sicht des Schweizerfranken-Anlegers eine negative Monatsrendite aus. Besonders stark litt die Schweizer Aktienbörse (-4.92%), doch auch Aktien Ausland performten schlecht (-3.22%). Der US-Dollar schloss im Monatsvergleich schwächer, aber die anderen Weltwährungen wie de Japanische Yen, das Britische Pfund und – trotz Griechenland-Krise – der Euro erstarkten. Standard and Poor’s 500, FTSE 1000, Dax, CAC-40, Nikkei – sie alle verloren in Lokalwährung. Die oft gescholtenen Hedge Funds erzielten im Juni eine bessere Rendite (-0.59%) als die Schweizerfranken-Obligationen (-0.83%), denen die Zinserhöhungen am langen Ende zusetzten. Die Zinskurven von deutschen «Bunds», französischen OAT, italienischen BTP und spanischen Bonos wurden merklich steiler als diejenige der «Eidgenossen», was zum noch schlechteren Ergebnis der Fremdwährungsanleihen (-1.66%) beitrug.

Die Weltwirtschaft legt an Dynamik zu

Nach der Wachstumsdelle im ersten Quartal hat sich die US-Wirtschaft im zweiten Quartal wieder beschleunigt. Vor allem die wichtigen Arbeits- und Immobilienmärkte bleiben auf Erholungskurs und dürften es der US-Notenbank erlauben, ihren Leitzins gegen Ende 2015 anzuheben.

Die Wirtschaft der Eurozone tendiert aufwärts – ein Trend, der durch bessere Einkaufsmanagerindizes im Juni bestätigt wurde. Die Europäische Zentralbank (EZB) hält an ihrem Anleihenkaufprogramm fest und würde eine weitere Verschlechterung der Situation in Griechenland oder gar einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone letztlich abfangen.

Die Schwellenländer insgesamt kämpfen immer noch mit nachlassendem Wachstum. Vor allem für Länder mit Leistungsbilanzdefiziten stellt die anstehende US-Zinserhöhung ein Risiko dar.

Die UBS rät Eurozone-Aktien überzugewichten

Die UBS rät zur Übergewichtung von Aktien durch ein Engagement in der Eurozone. Die Unternehmensgewinne in der Region verbessern sich dank der soliden Erholung der Binnenwirtschaft, des gegenüber dem Vorjahr schwächeren Euro, der sehr expansiven Geldpolitik und der niedrigen Finanzierungskosten für Unternehmen.

Britische Unternehmen dagegen werden durch ein weniger günstiges Wechselkursumfeld und eine defensivere Sektorzusammensetzung des Marktes belastet. Die UBS ist in britischen Aktien untergewichtet. In Aktien aus Schwellenländern ist sie wegen deren relativ schwachen Gewinndynamik ebenfalls untergewichtet.

Erstklassige Anleihen gelten nicht grundsätzlich als sichere Anlageklasse

Die jüngste Normalisierung der Renditen europäischer Staatsanleihen belastete Anleihen mit langer Duration und steigerte die Volatilität an den Anleihenmärkten fast auf das Niveau von Mitte 2013. Anfang Juni verzeichneten die 10-jährigen deutschen Bundesanleihen Tagesschwankungen von fast 2%. Diese Entwicklung bestätigt nach Ansicht der UBS, dass erstklassige Anleihen im aktuellen Umfeld nicht grundsätzlich als sichere Anlageklasse gelten sollten.

Unternehmensanleihen, vor allem von Emittenten mit niedrigeren Ratings, kompensieren durch ihren Carry und eine potenzielle Spreadverengung etwas für steigende Zinsen.

Die UBS hebt die Übergewichtung im britischen Pfund an

Die UBS hebt ihre taktische Übergewichtung im britischen Pfund (GBP) gegenüber dem australischen Dollar (AUD) an. Die Beschleunigung der britischen Wirtschaft schafft den Hintergrund für eine erste Zinserhöhung der Bank of England Ende 2015. Die jüngsten Kommentare von Zentralbankvertretern untermauern diese These, so die UBS. Die australische Wirtschaft leidet dagegen unter tiefen Rohstoffpreisen und einer strukturellen Verlangsamung. Die Arbeitslosenquote ist mit 6% vergleichsweise hoch und in den letzten Jahren gestiegen. Daher tendiert die Zentralbank zur Lockerung, und wenn sich die Aussichten verschlechtern, ist mit weiteren Zinssenkungen zu rechnen. Dies belastet die Aussichten für den AUD.

Rohstoffpreise dürften moderat ansteigen

Die UBS rechnet mit einem beschleunigten globalen Wachstum und daher mit einem moderaten Anstieg von Rohstoffpreisen in den nächsten sechs Monaten. Unter Berücksichtigung der Rollkosten sind die Aussichten für den Gesamtertrag aber immer noch mässig, während die Preisvolatilität hoch bleiben dürfte, so die UBS weiter. Bei Hedge Funds bevorzugt sie im aktuellen Umfeld Equity-Hedge-Strategien, da sie von unternehmensspezifischen Chancen profitieren dürften.

 
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