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Die Renten-Umwandlungssätze sind immer noch viel zu hoch

Dienstag, 23.02.2016

Schweizer Pensionskassen haben auf ihren Vermögen in den letzten Jahren Renditen erwirtschaftet, die kaum ausreichen, um ihre Rentenversprechen zu halten. Immer mehr Kassen kürzen im Überobligatorium deshalb nun die Umwandlungssätze.

Das SRF-Wirtschaftsmagazin «Eco» hat jüngst eine Befragung von 16 Pensionskassen zum Thema Umwandlungssatz durchgeführt. Danach will rund die Hälfte der Pensionskassen der grössten Schweizer Arbeitgeber (16 insgesamt) die Verzinsung im BVG-Überobligatorium kürzen. Vier weitere prüfen ein solches Vorgehen.

Schon heute verzinsten Schweizer Pensionskassen das Vorsorgekapital im überobligatorischen Teil zu einem Satz von durchschnittlich 5.7% und weniger, wie Hansruedi Scherer von PPCmetrics gegenüber Eco äussert. Dies bedeute, dass Versicherte mit Renteneinbussen von rund zwei Milliarden Franken rechnen müssten, wie Eco errechnet hat. Im BVG-Obligatorium liegt der gesetzlich Vorgeschriebene Zinssatz noch bei 6.8%.

Immer mehr Pensionskassen senken die Umwandlungssätze

Die BVK Personalvorsorge des Kantons Zürich will nun den Umwandlungssatz im Überobligatorium ab 2017 auf 4.8% senken. Die Credit Suisse will dies schrittweise bis ins Jahr 2025 tun. Doch auch die UBS, die Schweizerische Post, die Swiss und die SBB wollen neben anderen gemäss Umfrage ihre Rentenleistungen kürzen.

Pensionskassen kämpfen mit tiefen Zinsen und Langlebigkeit

Der Grund für die Senkung der Umwandlungssätze ist laut Bericht das seit langem anhaltende Tiefzinsniveau sowie die ansteigende Lebenserwartung der Versicherungsnehmer. Ersteres sorge dafür, dass Pensionskassen kaum noch in der Lage seien, die erforderlichen Renditen am Kapitalmarkt möglichst risikoarm zu erwirtschaften.

Umwandlungssätze sind viel zu hoch

«Im Moment sind die Umwandlungssätze so hoch, dass man eine deutlich höhere Rendite haben müsste als man realistischerweise in Zukunft erzielen kann. Das heisst, wir versprechen Geld, von dem wir ziemlich sicher sind, dass wir es nicht haben werden», wie Hansruedi Scherer gegenüber Eco ergänzt. Anhand des technischen Zinssatzes rechnet er vor, dass der Umwandlungssatz angesichts des heutigen Zinsniveaus bei etwa 3.7% liegen müsste.

Doch wer trägt Schuld an den zu hohen Umwandlungssätzen? Es seien die Stiftungsräte der Pensionskassen, welche die Umwandlungssätze festlegten, sagt Eco. Sie würden jedoch wie vom Gesetz vorgeschrieben von Pensionskassen-Experten beraten. Diese sehen in ihrem Verhalten jedoch keinen Fehler, da niemand ein so lange anhaltendes Tiefzinsniveau habe voraussehen können, wie ein Vertreter der Schweizerischen Kammer der Pensionskassen-Experten gegenüber Eco erklärt. Bleibt also zu hoffen, dass die Zinsen bald wieder ansteigen.

 
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