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Die private Altersvorsorge und die Absicherung von Lebens-Risiken sollten getrennt laufen

Freitag, 30.12.2016

Wer fürs Alter vorsorgen und gleichzeitig Steuern sparen will, kann dies mit der Säule 3a tun. Neben Konto- und Wertschriftenlösungen gibt es auch Versicherungspolicen um Geld anzusparen. Sparen und Versichern sollte man jedoch trennen.

Viele Schweizer haben hohe finanzielle Erwartungen für die Zeit nach ihrer Pensionierung. Doch das Vorsorgesystem steht stark unter Druck. Die AHV mit ihrem Umlageverfahren schreibt wegen der mageren Vermögensrenditen und der steigenden Zahl immer älter werdender Pensionäre negative Zahlen. Auch Pensionskassen können die Renten mit dem Kapitaldeckungsverfahren derzeit lediglich mittels Beiträgen der Aktiven finanzieren. Gleichzeitig wird den Versicherten in der zweiten Säule nur noch eine minimale Verzinsung angerechnet. Privat mit der dritten Säule vorzusorgen, wird deshalb immer wichtiger.

Steuerersparnis ist beträchtlich

Mit der Säule 3a lassen sich zudem Steuern sparen, da der einbezahlte Betrag bei den Steuern in Abzug gebracht werden kann. Je nach der Höhe des einbezahlten Betrags und des Einkommens kann die Steuerersparnis mehr als 1‘000 Franken pro Jahr ausmachen. Der Maximalbetrag für Einzahlungen in die steuerbegünstigte gebundene Vorsorge liegt 2016 bei 6‘768 Franken für Personen, die einer Pensionskasse angeschlossen sind. Wer keiner Vorsorgeeinrichtung angehört, darf bis zu 33‘840 Franken bzw. 20% des Einkommens einzahlen.

Um sein Geld möglichst gewinnbringend anzulegen, ist die Wahl eines geeigneten 3a-Produkts entscheidend. Rund vier von fünf Sparern setzen dazu auf die klassischen Säule-3a-Zinskonten. Neben den Konto- und Wertschriftenlösungen stehen Sparern aber auch Säule-3a-Versicherungspolicen zur Auswahl. 

Versicherungsprodukte sichern Risiken wie Tod oder Invalidität ab

Solche Versicherungsprodukte bieten den Vorteil, dass Sparer damit auch die Risiken eines Todesfalls oder von Invalidität absichern können. Wird ein Versicherter beispielsweise erwerbsunfähig, bezahlt die Versicherung im Rahmen der sogenannten Prämienbefreiung die Prämie weiter. Der Abschluss einer solchen 3a-Police ermöglicht somit die Risiken für eine Familie abzusichern. 

Zins, Anlagezeitraum und Kosten sind entscheiden

Wer eine Säule-3a-Versicherungspolice abschliessen will, kann zwischen klassischen und fondsgebundenen 3a-Policen wählen. Letztere versprechen auf längere Sicht höhere Renditen. Dabei gilt es aber, das persönliche Risikoprofil einzubeziehen. Auch Zins und Anlagedauer sind massgebend. So birgt bei Fondslösungen eine kurze Anlagedauer höhere Risiken als eine längere. Wichtig sind nicht zuletzt auch die Kosten eines Anlageprodukts. Passiv verwaltete, kostengünstigere Vorsorgefonds sind hier sicherlich von Vorteil.

Versicherungslösungen bergen gewisse Probleme

Gemäss Benjamin Manz vom Online-Vergleichsdienst moneyland.ch bergen Säule-3a-Versicherungspolicen mehrere Probleme, wie die «Neue Zürcher Zeitung» (NZZ) berichtet. So werde der Versicherungsnehmer in der Regel zu regelmässigen Zahlungen gezwungen und müsse häufig hohe Versicherungskosten in Kauf nehmen. Er habe zudem ein eingeschränktes Produktangebot und könne häufig nur mit grossen finanziellen Verlusten frühzeitig wieder aussteigen. Sparversicherungen seien ausserdem häufig unnötig kompliziert, intransparent und würden von vielen Versicherungsnehmern – und auch Vermittlern – nicht hinreichend verstanden. Vor dem Abschluss einer Versicherung sollte man sich deshalb fragen, was man überhaupt versichern wolle. So ergebe es für jüngere Versicherungsnehmer ohne Familie wohl meistens keinen Sinn, sich gegen den eigenen Todesfall zu versichern.

Einen weiteren Nachteil sieht die NZZ auch dann, wenn der Sparer eine Immobilie kaufen und dafür die in der gebundenen Vorsorge gesparten Gelder nutzen wolle. Bei der Vergabe eines Hypothekarkredits werde das Vermögen eines 3a-Kontos vollständig als Eigenmittel angerechnet, wenn die entsprechenden Bedingungen erfüllt seien. Bei einer 3a-Versicherungspolice hingegen komme dann nur der geringere Rückkaufwert der Versicherung zum Tragen.

Mischprodukte sind oftmals teurer

Finanzexperten raten, Sparen und Versichern getrennt vorzunehmen. Anleger würden sich somit mehr Flexibilität bewahren und könnten je nach Budget entscheiden, ob und wieviel sie in einem bestimmten Jahr in die Säule 3a einzahlen wollten, zitiert die NZZ Damian Gliott von der Beratungsgesellschaft Vermögenspartner. Mischprodukte seien im Allgemeinen teurer.

Es gibt auch reine Risikoversicherungen via der Säule 3a

Benjamin Manz von moneyland.ch rät Sparern, die einen Versicherungsschutz gegen das Risiko eines Erwerbsausfalls oder Todesfalls möchten, Versicherungen ohne integrierte Spar-Lösung abzuschliessen. Er zieht reine Risikoversicherungen den Risikosparversicherungen vor. Letztlich liessen sich auch reine Risikoversicherungen via Säule 3a abschliessen.

 
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