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Die Performance von Schweizer Pensionskassen im Februar lässt hoffen

Donnerstag, 12.03.2015

Die Schweizer Pensionskassen können dem Frühling etwas hoffnungsvoller entgegenblicken. Die inländischen Vorsorgewerke erzielten im Februar eine Monatsrendite von durchschnittlich 2.6%; seit Jahresanfang kumulierte 0.8%.

Nach dem rabenschwarzen Januar 2015 erlangten die Schweizer Pensionskassen im Februar wieder festen Boden. Inländische Vorsorgewerke erzielten im Schnitt eine Monatsrendite von 2.6%. Die Reihenfolge der Peer-Gruppen bei den Verlusten war dieselbe wie bei den Gewinnen. Vorsorgewerke mit einem Vermögen von weniger als 300 Millionen Franken wiesen im Februar mit 0.68% die tiefste Monatsperformance auf. Pensionskassen mit einem Vermögen zwischen 300 Millionen und einer Milliarde Franken Vermögen erzielten indes 0.95% Rendite und Kassen mit über einer Milliarde Franken Vermögen 0.98%. Kumuliert haben die untersuchten Vorsorgeeinrichtungen in den ersten zwei Monaten im Jahr 2015 eine Rendite von durchschnittlich 0.8% erzielt. Sie sind somit zumindest pro rata auf gutem Weg, die erforderliche Zielrendite für ihre Vorsorgeverpflichtungen zu erwirtschaften, wie die UBS in ihrem Pensionskassen-Barometer mitteilt.

Aktien Ausland rentierten am besten

Mit Ausnahme der für die Pensionskassen vitalen Schweizerfranken-Obligationen (-0.49%) erzielten alle Anlageklassen im Februar 2015 eine äusserst ansprechende Monatsperformance. Die CHF-Zinsen sind zwar für Laufzeiten von bis zu 2 Jahren nochmals leicht gesunken, darüber aber ebenso gestiegen; der 10-jährige «Eidgenosse» rentierte per Monatsende immerhin eine rote Null. Fremdwährungsobligationen erzielten gar +2.11% Rendite. Bei den ausländischen Anlageklassen trugen Währungsgewinne zusätzlich zu ihrem guten Abschneiden bei. So auch bei Aktien Ausland, deren Rendite bei satten 8.41% lag. Aktien Schweiz rentierten zu 8.12%. Mit Immobilien erzielten Anleger im Februar dagegen lediglich 1.11% Rendite. Hedge Funds rentierten wiederum mit 1.89%.

Die Konjunktur erholt sich vielerorts

Die US-Wirtschaft ist auf gutem Wege, ihre höchste Wachstumsrate seit der Finanzkrise zu erreichen, obgleich die Indikatoren im vergangenen Monat leicht zurückgingen. Die Lage am Arbeitsmarkt verbesserte sich weiter und die US-Notenbank wird voraussichtlich um die Jahresmitte die Leitzinsen anheben.

In der Eurozone bestätigte sich anhand der jüngsten Konjunkturdaten, dass die Erholung andauert. Der Einkaufsmanagerindex der Eurozone, der wichtigste Frühindikator, ist zum dritten Mal in Folge gestiegen, was auf ein stärkeres Wirtschaftswachstum hindeutet. Die Region profitiert von nachlassenden fiskalpolitischen Sparmassnahmen, steigendem Kreditwachstum und dem umfangreichen Staatsanleihenkaufprogramm der Europäischen Zentralbank. Die Einigung mit Griechenland auf die Verlängerung des Hilfsprogramms schafft Zeit für weitere Verhandlungen.

Aktien, insbesondere aus den USA, übergewichten

Die UBS rät zur Übergewichtung von Aktien. Regional bevorzugt sie die Märkte in den USA und der Eurozone. US-Unternehmen würden vor dem Hintergrund der starken Binnenwirtschaft ein stetiges Gewinnwachstum verzeichnen. Die Unternehmen sorgten für ein robustes Stellenwachstum, die Unternehmensausgaben würden steigen, die Stimmung der Konsumenten und Kleinunternehmen helle sich deutlich auf und die niedrigeren Ölpreise würden dem Wachstum zugutekommen, sind die Ökonomen überzeugt.

Auch Unternehmen der Eurozone dürften in den kommenden Monaten in Anbetracht des starken Rückgangs des Euro, des Falls der Erdölpreise und der sehr lockeren Geldpolitik ein solides Gewinnwachstum verzeichnen. Andererseits seien Aktien von Schwellenländern wegen ihrer relativ schwachen Gewinndynamik unterzugewichten, raten die Ökonomen.

Unternehmens- sowie Hochzinsanleihen sind zu bevorzugen

In der Eurozone wird die sehr lockere Geldpolitik wohl noch Jahre andauern und die Renditen deutscher Bundesanleihen niedrig halten, wie die Ökonomen annehmen. Die Zinsen von US-Treasuries würden voraussichtlich allmählich ansteigen, während die Zinsanhebung der Fed näher rücke. Angesichts der sehr geringen Renditeerwartungen bei erstklassigen Anleihen bevorzugen sie Unternehmensanleihen von Industrieländern. Die höheren Renditen von Unternehmensanleihen im Vergleich zu den (sehr niedrigen) Renditen erstklassiger Anleihen, steigende Unternehmensgewinne und die von ihnen prognostizierten insgesamt niedrigen Ausfallquoten sollten zu einer Outperformance der Unternehmensanleihen von Industrieländern führen. Die UBS bevorzugt ausserdem Hochzinsanleihen in Euro und US-Dollar.

Den US-Dollar gegenüber dem Euro übergewichten

Der US-Dollar macht den Ökonomen gegenüber den meisten anderen Währungen einen soliden Eindruck. Die Anleiherenditen in den USA seien höher als in vielen anderen wichtigen Regionen und würden voraussichtlich steigen. Die US-Zentralbank Fed neige aufgrund der robusten Binnenwirtschaft eindeutig zu einer Straffung der Geldpolitik.

Die EZB sei in einer ganz anderen Lage und ihr Kampf gegen den Deflationsdruck dürfte weiterhin zulasten des Euro gehen. Die Ökonomen sind daher im US-Dollar gegenüber dem Euro übergewichtet. Die Bank of England habe die Erwartungen des Markts bezüglich des Zeitpunkts für eine erste Zinserhöhung vorverschoben, was dem britischen Pfund vor kurzem zu einem Anstieg verholfen habe. Die britischen Parlamentswahlen im Mai dürften jedoch mit einer höheren Volatilität einhergehen.

Der Schweizer Franken ist laut den Ökonomen extrem überbewertet, doch bleibe er in nächster Zeit Gegenstand von Sicherheitskäufen und dürfte infolgedessen aufwerten.

Hedge Funds statt Rohstoffe ins Portfolio legen

Alternative Anlagen, vor allem Hedge Funds, gehören laut UBS in ein gut diversifiziertes Portfolio, insbesondere im derzeitigen extremen Niedrigzinsumfeld. Rohstoffe würden hingegen ein weiterhin schwaches Risiko-Ertrags-Profil aufweisen; die Ökonomen erwarten für die kommenden sechs Monate negative Renditen.

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