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Die Pensionskassen verzeichneten renditemässig einen „flachen“ Jahresbeginn

Donnerstag, 16.02.2017

Schweizer Pensionskassen erzielten im Januar 2017 gemäss UBS Sample eine Rendite von durchschnittlich 0.20%. Das ist ein deutlich schwächeres Resultat als im Vormonat.

Mit einer Januar-Performance von durchschnittlich 0.20% erzielten die Pensionskassen im Sample der UBS zu Beginn dieses Jahres ein deutlich schwächeres Resultat als noch im Dezember 2016. Als Hauptgrund nennt die UBS die leicht steigenden Zinsen, welche die Obligationenrenditen, insbesondere bei Fremdwährungsanleihen, ins Negative gedrückt hätten. Der einheimische Aktienmarkt und die Immobilienanlagen dagegen hätte wie schon im Vormonat eine positive Performance erzielt. Insgesamt bedeuteten die flauen Renditen für die Pensionskassen einen flachen Jahresstart.

Mittelgrosse Vorsorgewerke bildeten im Januar das Schlusslicht

Die erzielten Jahresrenditen (2017) lagen bei allen Vergleichsgruppen relativ nahe beieinander, wobei die kleinen Vorsorgewerke, mit Vermögen bis zu 300 Millionen Franken, mit einer Monatsperformance von 0.23% am besten abschlossen. Die grossen Pensionskassen, mit über 1 Milliarde Franken verwalteter Vermögen, lagen mit 0.18% im Mittelfeld, während die mittleren Vorsorgewerke, mit 0.16% Rendite, das Schlusslicht bildeten. 

Grosse Pensionskassen erzielten seit 2012 die höchste durchschnittliche Monatsrendite

Die durchschnittliche Monatsperformance seit 2012 betrug im Januar 0.4%. Pensionskassen mit verwalteten Vermögen über 1 Milliarde Franken erzielten mit 0.42% die höchste durchschnittliche Monatsrendite seit 2012. Die kleinen Vorsorgewerke konnten eine durchschnittliche Monatsrendite von 0.4% verbuchen, die Pensionskassen mittlerer Grösse bloss 0.39%.

Die Bandbreite zwischen bester und schlechtester Performance schrumpfte im Januar auf 1.05 Prozentpunkte (3.63 Prozentpunkte im Dezember). Die höchste Rendite von 0.70% erzielte ein Vorsorgewerk mit über 1 Milliarde Franken Vermögen, die niedrigste Rendite von -0.35% eines mit 300 Millionen Franken bis zu 1 Milliarde Franken Vermögen.

Nur Schweizer Aktien und Immobilien verzeichneten eine positive Rendite

Schweizer Aktien konnten ihren Rückstand des vergangenen Jahres mit einem guten Jahresstart etwas ausgleichen; ihre Kurse stiegen im Januar im Durchschnitt um 1.28% an. Als einzige andere Anlageklasse verzeichneten Immobilien mit 0.30% eine positive Rendite. Hedge Funds mit -2.27% und Fremdwährungsobligationen mit -1.51% begannen das neue Jahr hingegen auf dem falschen Fuss. Ausländische Aktien (-0.02%) konnten nach dem starken Kursanstieg im letzten Jahr ihr Tempo nicht beibehalten.

Wachstum der Weltwirtschaft dürfte sich 2017 beschleunigen und die Geldpolitik expansiv bleiben

Das Wachstum der Weltwirtschaft dürfte sich 2017 beschleunigen, hauptsächlich dank des starken US-Konsums. Der US-ISM-Indikator ist auf dem höchsten Niveau seit über zwei Jahren. Die Unsicherheit über die Präsidentschaft von Donald Trump ist zwar gross, aber seine Politik könnte der ohnehin soliden Wachstumsdynamik zusätzliche Impulse geben. Die US-Notenbank (Fed) dürfte ihren Leitzins 2017 zwei Mal anheben. In den Finanzwerten ist dies jedoch mittlerweile voll eingepreist. Die globale Geldpolitik dürfte 2017 weiterhin expansiv bleiben. Die weltweite Wirtschafts- und Finanzlage unterstützt gemäss UBS eine leicht risikobereite Ausrichtung des Portfolios. 

In Europa wird sich der Fokus auf wichtige Wahlen richten. Diese könnten eine gewisse Volatilität auslösen, dürften die Konjunkturerholung aber kaum abwürgen. Die erneute Besorgnis über den Rückgang des Wachstums in China und anhaltende Kapitalabflüsse ist ein weiteres Risiko, das man im Auge behalten sollte. Die Regierung scheint dies jedoch gut im Griff zu haben.

UBS bevorzugt globale und US-Aktien gegenüber erstklassigen Anleihen

Als Ausdruck ihrer zuversichtlichen Einschätzung des globalen Anlageumfelds bevorzugt die UBS globale und US-Aktien gegenüber erstklassigen Anleihen. Das Wachstum der Unternehmensgewinne zieht in vielen wichtigen Regionen an, unter anderem in den USA, in der Eurozone und in Japan.

Das quantitative Momentum Signal der UBS ist auf den höchsten Stand seit Mitte 2014 gestiegen und deutet auf ein günstiges Umfeld für eine Outperformance globaler Aktien gegenüber Anleihen hin. Global diversifizierte Aktien sind nach Meinung der UBS die geeignetste Anlageklasse, um ihre positive Einschätzung des «Markt-Beta» auszudrücken.

Aus regionaler Sicht bleiben die USA der bevorzugte Aktienmarkt der UBS, denn sie rechnet mit einer signifikanten Beschleunigung des Wachstums der Unternehmensgewinne auf 11% im Jahr 2017. Die jüngsten Ergebnisberichte für das vierte Quartal unterstützten diesen optimistischen Ausblick.

US-Hochzinsanleihen dürften outperformen – Renditen von Staatsanleihen seitwärts tendieren

Nach dem signifikanten Anstieg im 4. Quartal des letzten Jahres haben sich die globalen Staatsanleihen-Renditen stabilisiert. Gemäss UBS nimmt der Markt jetzt realistische Aussichten für das Wachstum, die Inflation und die Geldpolitik vorweg. Deshalb erwartet sie, dass die Renditen in den kommenden Monaten weitgehend seitwärts tendieren. Vor dem Hintergrund ihrer Prognose einer allmählich steigenden US-Inflation sollten sich US-TIPS demnach besser entwickeln als Nominalanleihen.

Die UBS rechnet ausserdem mit einer Outperformance von US-Hochzinsanleihen gegenüber erstklassigen Anleihen in den kommenden sechs Monaten, hauptsächlich aufgrund ihrer attraktiven durchschnittlichen Rendite von 6.2% und der erwarteten niedrigen Ausfallquoten.

UBS hält ein taktisches Übergewicht im Euro gegenüber dem US-Dollar

Die UBS hält ein Übergewicht in der schwedischen Krone (SEK) gegenüber dem kanadischen Dollar (CAD), da die Konjunkturdynamik in Schweden erheblich stärker sei, während die SEK unterbewertet sei.

Daneben hält sie auch ein taktisches Übergewicht im Euro gegenüber dem US-Dollar. Die UBS erwartet, dass der Euro-Dollar-Wechselkurs im Jahr 2017 näher an seinem fairen Wert von 1.25 (auf Basis der Kaufkraftparität) heranrückt. Mittlerweile seien zwar zwei bis drei Zinserhöhungen der Fed in diesem Jahr eingepreist. Nach Meinung der UBS wird die solide Wachstumsdynamik in der Eurozone aber unterschätzt.

Abgesehen davon hält sie ein Übergewicht in einem Korb von Schwellenländerwährungen (BRL, INR, RUB, ZAR), um von der Zinsdifferenz von rund 7% p.a. gegenüber einem Korb von Industrieländerwährungen (AUD, CAD, SGD) zu profitieren.

 
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