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Die Pensionskassen litten im September unter den Aktienmarktverwerfungen

Montag, 12.10.2015

Pensionskassen mussten im September 2015 Performanceeinbussen hinnehmen. Auslöser waren düstere Wirtschaftszahlen aus China und die Verschiebung der Leitzinserhöhung in den USA, wodurch die Aktienbörsen weltweit an Boden verloren.

Schweizer Pensionskassen erlitten im September eine erneute Minusperformance (-0.9%), und zwar schon die fünfte in Folge in diesem Jahr. Grund waren insbesondere schlechte Wirtschaftszahlen aus China sowie der Umstand, dass die US-Zentralbank Fed entschied, die erwartete Leitzinserhöhung hinauszuschieben. Die negative Entwicklung konnte auch nicht durch andere Anlageklassen kompensiert werden, wie die UBS in ihrem aktuellen Pensionskassen-Barometer schreibt.

Jene Pensionskassen mit einem Vermögen von über einer Milliarde Franken hielten sich dabei nur etwas besser (-0.76% Rendite) als Kassen mit weniger Vermögen; am schlechtesten performten Pensionskassen mit weniger als 300 Millionen Franken Vermögen (-1.07% Rendite).

Jahresrendite lag tief in der roten Zone

Die kumulierte Jahresrendite ist mit -1.4% noch tiefer in die rote Zone gesunken als im bereits miserablen Vormonat August. Das Ziel, Ende Jahr eine den Vorsorgeverpflichtungen gerechte Anlageperformance zu erwirtschaften, dürfte somit noch weiter in der Ferne liegen, wie die UBS kommentiert.

Der September war geprägt von den Kursstürzen an den Aktienbörsen

Die schlechte Monatsperformance im September war geprägt von den Kursstürzen an den Aktienbörsen. So tauchten die Schweizer Aktien um 3.4%, der MSCI All Countries (d.h. inkl. Schwellenländer) verlor in CHF 3.0%. In Lokalwährung schlossen die Weltbörsen New York, mit -2.6%, und London, mit -3.0%, etwas besser ab als der SPI, diejenigen der «Autonationen» litten indes stark (Frankfurt -5.8%, Paris -4.2%, Tokio -8.0%). Zur Freude der Schweizer (Aussen-)Wirtschaft ist der Euro über 1.08 verblieben, touchierte zeitweise fast die 1.10; der US-Dollar endete leicht, der Yen merklich stärker.

Bei den CHF-Zinsen erhöhten sich diejenigen für Laufzeiten ab 10 Jahren (Rendite von Schweizerfrankenobligation 0.09%), bei den kürzeren sanken sie etwas. Da bei EUR und USD ebenfalls die Zinsen leicht nachliessen, resultierten moderate Gewinne bei den Obligationen (Fremdwährungsobligationen rentierten zu 0.90%). 

Von den Alternativen Anlagen performten Immobilien mit 0.17% und Hedge Fonds mit 0.87%. 

Unsicherheit schürt die Volatilität an den Märkten

Die zunehmende Besorgnis über das Wachstum in den Schwellenländern und insbesondere in China schürte Unsicherheit. Auch die anhaltende Ungewissheit über die künftigen Massnahmen der US-Notenbank (Fed) verstärkte die Marktvolatilität. Das Wachstum in China hat sich verlangsamt, insbesondere in der Industrie; die Regierung ist aber in der Lage und bereit, eine «harte Landung» der Gesamtwirtschaft abzuwenden.

Die Lage in den Industrieländern ist indes günstiger. Die Belebung des Kreditwachstums in der Eurozone ist ein starker Treiber für die Wirtschaft. Die Inflation ist niedrig und die Europäische Zentralbank (EZB) betont ihre Flexibilität bei der Verstärkung der geldpolitischen Impulse. Aufgrund der restriktiveren Finanzbedingungen und der zunehmenden globalen Risiken schob die Fed den Beginn ihres Zinserhöhungszyklus auf.

Aussichten für globale Aktien bleiben intakt

Die UBS beurteilt die Aussichten für globale Aktien weiter positiv, wobei sie den Fokus vor allem auf die Industrieländer richtet. In Aktien der Eurozone ist sie übergewichtet, da das Gewinnwachstum im 1. Quartal 2015 wieder positiv wurde und sich die Konjunkturdaten verbesserten. Unterstützt von günstigen Finanzierungskosten für Unternehmen und der anhaltenden geldpolitischen Unterstützung dürften die Unternehmensgewinne weiter steigen, wie die UBS annimmt. In Japan unterstützt der schwache Yen die Gewinnaussichten, während die quantitative Lockerung weiterhin für Rückenwind sorgt.

Schwellenländeraktien sind aufgrund des schwachen konjunkturellen Hintergrunds und der sinkenden Gewinne unattraktiv, ebenso wie britische Aktien, die durch die defensive Sektorzusammensetzung, die starke Währung und das Rohstoffengagement belastet werden. 

Beste Chancen für festverzinsliche Anlagen bestehen bei Euro-Hochzinsanleihen

Die UBS schliesst ihre taktische Übergewichtung in US-Hochzinsanleihen. Die erneute Schwäche des Ölpreises seit Mitte des Jahres belastete den Energiesektor, wo die Ausfallquoten in den nächsten sechs Monaten steigen dürften, was der Markt bereits vorwegnimmt. Ein steigender Verschuldungsgrad und die Zunahme der Akquisitionsfinanzierungen deuten darauf hin, dass der Kreditzyklus in den USA allmählich ein reiferes Stadium erreicht.

Die UBS rechnet immer noch mit einer leichten Verengung der Zins-Spreads in den nächsten sechs Monaten. Im Augenblick sieht sie die besten Chancen für festverzinsliche Anlagen bei Euro-Hochzinsanleihen. Diese bieten eine Rendite auf Verfall von 5.8% und profitieren von niedrigen Ausfallquoten, einem günstigen Wachstumshintergrund und der anhaltenden Geldschwemme der EZB.

Franken dürfte gegenüber dem Euro von 1.05 bis 1.10 tendieren

Die UBS bleibt im britischen Pfund zum australischen Dollar übergewichtet. Die strukturelle Verlangsamung der Wirtschaft Australiens hält an, denn die Rohstoffpreise sind von den Höchstwerten gefallen und dürften das Wachstum weiter belasten, sodass die Geldpolitik expansiv bleibt.

Das britische Wirtschaftswachstum liegt weiter über dem Trend, und die Arbeitsmarkterholung sollte der Bank of England eine baldige Zinserhöhung ermöglichen, kurz nach der US-Notenbank. Die UBS rechnet mit einem Kurs des Schweizer Frankens von 1.05 bis 1.10 gegenüber dem Euro in den nächsten sechs Monaten.

Risiko-Rendite-Merkmale bei Rohstoffen bleiben unattraktiv

Die UBS rät nach wie vor von strategischen Engagements in Rohstoffen ab, da die Risiko-Rendite-Merkmale mittelfristig unattraktiv erscheinen. Die Volatilität der Rohstoffpreise blieb zuletzt erhöht.

Hedge Fonds sollten dagegen in einem gut diversifizierten Portfolio eine wichtige Rolle spielen, da sie Zugang zu unterschiedlichen Risiko- und Renditefaktoren gegenüber traditionellen Anlageklassen bieten, wie die UBS findet.

 
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