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Die Pensionskassen durchlebten 2016 ein schwieriges Anlagejahr

Dienstag, 24.01.2017

Schweizer Pensionskassen erzielten im Dezember eine Monatsperformance von durchschnittlich 1.07%. Mit durchschnittlich 3.91% Rendite verbuchten Kassen mit Vermögen über 1 Milliarde Franken 2016 die höchste Jahresrendite.

Die Schweizer Aktienmärkte schlossen im Dezember mit einer Performance von 3.83% ein ansonsten enttäuschendes Jahr 2016 ab. Ihre Jahresrendite betrug hingegen nur -0.23%; ein starker Kontrast zu den globalen Titeln, die mit 9.89% Jahresrendite punkten konnten. Globale Aktien profitierten insbesondere vom beschleunigten Wachstum in den USA und den Schwellenländern, sowie von der Markt-Euphorie, welche die US-Aktienmärkte nach der Wahl Donald Trumps ergriff. Auch die Anlageklassen Immobilien (6.27%), Hedge Funds (3.27%) und Anleihen (CHF 1.12%; andere 4.68%) wiesen ein insgesamt solides Anlagejahr 2016 auf.

Kleine Vorsorgewerke erzielten im Dezember die beste Rendite

Die Pensionskassen im Sample der UBS erzielten mit einer Monatsperformance von durchschnittlich 1.07% im Dezember, das zweitbeste Resultat des zweiten Halbjahres. Die durchschnittliche Jahresrendite stieg auf 3.41%. Dabei knackten alle Vergleichsgruppen im Dezember die 1%-Marke, wobei die kleinen Vorsorgewerke, mit Vermögen bis zu 300 Millionen Franken, mit einer Monatsperformance von 1.13% am besten abschlossen. Die grossen Pensionskassen mit über 1 Milliarde Franken verwalteten Vermögen lagen mit 1.04% im Mittelfeld, während die mittleren Vorsorgewerke mit 1.01% das Schlusslicht bildeten.

Grosse Vorsorgewerke verbuchten die höchste Jahresrendite

Die durchschnittliche Jahresperformance seit 2011 stieg im Dezember auf 4.04% p.a. (November 3.93% p.a.). Wie auch in den beiden Vormonaten lagen die Vergleichsgruppen der kleinen und mittleren Vorsorgewerke praktisch gleichauf, wobei die Pensionskassen mit verwalteten Vermögen über 1 Milliarde Franken mit 4.28% die höchste durchschnittliche Jahresrendite seit 2011 erzielten. Die Rendite seit Jahresbeginn stieg für alle Vergleichsgruppen in unserem Sample weiter an. Die grossen Vorsorgewerke verbuchten mit durchschnittlich 3.91% die höchste Jahresrendite

Aktien Global rentierten 2016 am besten

Ausser den Anleihen erzielten alle Anlageklassen im Dezember 2016 positive Renditen. Mit einer ansehnlichen Monatsrendite von 3.83% schlossen die Schweizer Aktien ein ansonsten enttäuschendes Jahr 2016 positiv ab. Aber auch die globalen Titel punkteten im Dezember mit 1.91%, sodass ihre Jahresperformance 2016 auf 9.89% anstieg. Somit zahlte sich 2016 eine breite Diversifikation ausserhalb des Heimatmarktes besonders aus.

Das insgesamt etwas tiefere Zinsniveau Ende 2016 im Vergleich zu Ende 2015 bescherte auch den Anleihen positive Renditen. Ebenfalls einen soliden Beitrag zur Jahresperformance der Vorsorgewerke leisteten die alternativen Anlagen, mit einer Jahresrendite von 6.27% bei Immobilien und von 3.27% bei Hedge Funds.

Anteil der Aktien in den Portfolios der Pensionskassen ist weiter gestiegen

Wie bereits in den Vorjahren sank per Ende 2016 der Anteil der Anleihen in den Portfolios der Pensionskassen aller Vergleichsgruppen gegenüber Ende 2015; im Durchschnitt betrug er noch 45.5%. Dank der soliden Jahresperformance der Anleihen sind die hohen Bewertungen eine Herausforderung für die Entwicklung der Renditen im laufenden Jahr. Der Aktienanteil hingegen stieg 2016 auf durchschnittlich 29.0%.

International diversifizierte Vorsorgewerke profitierten von der starken Performance globaler Aktien, während die Schweizer Aktien im vergangenen Jahr eine negative Rendite erzielten. Auch die Allokationen in Immobilien und übrigen Anlagen, die 2016 eine gute Performance verbuchten, nahmen zu.

Globale Geldpolitik dürfte 2017 expansiv bleiben

Die weltweite Wirtschafts- und Finanzlage unterstützt eine leicht risikobereite Ausrichtung der Pensionskassenportfolios. Die UBS ergänzt deshalb ihre bestehende Übergewichtung in US-Aktien durch eine taktische Übergewichtung in globalen Aktien (beide gegenüber erstklassigen Anleihen).

Das Wachstum der Weltwirtschaft dürfte sich laut UBS 2017 beschleunigen, hauptsächlich dank des starken US-Konsums. Die Unsicherheit über die Präsidentschaft von Donald Trump ist zwar gross, aber seine Politik könnte der ohnehin soliden Wachstumsdynamik zusätzliche Impulse geben. Die US-Notenbank (Fed) dürfte ihren Leitzins 2017 zwei Mal anheben. In den Finanzwerten ist dies jedoch mittlerweile voll eingepreist und die globale Geldpolitik wird 2017 immer noch expansiv bleiben.

Politik dominiert das Geschehen in Europa

In Europa wird sich der Fokus auf wichtige Wahlen richten. Diese könnten eine gewisse Volatilität auslösen, dürften die Konjunkturerholung aber kaum abwürgen, wie die UBS annimmt. Die erneute Besorgnis über den Rückgang des Wachstums in China und anhaltende Kapitalabflüsse ist ein weiteres Risiko, das man gemäss UBS im Auge behalten sollte. Die Regierung scheint dies jedoch gut im Griff zu haben.

Global diversifizierte Aktien sind die geeignetste Anlageklasse

Als Ausdruck ihrer zuversichtlichen Einschätzung des globalen Anlageumfelds hat die UBS eine Übergewichtung in globalen Aktien gegenüber erstklassigen Anleihen eröffnet. Das Wachstum der Unternehmensgewinne ziehe in vielen wichtigen Regionen an, unter anderem in den USA, der Eurozone und Japan. Die UBS nimmt ein günstiges Umfeld für die Outperformance globaler Aktien gegenüber Anleihen wahr. 

Global diversifizierte Aktien sind ihrer Meinung nach die geeignetste Anlageklasse, um die positive Einschätzung des «Markt-Beta» auszudrücken. Aus regionaler Sicht bleiben die USA ihr bevorzugter Aktienmarkt, denn die UBS rechnet mit einer signifikanten Beschleunigung des Wachstums der Unternehmensgewinne auf 11% im Jahr 2017. Das relative Anlageargument für Schwellenländerwerte gegenüber Schweizer Aktien sei schwächer geworden, da das Gewinnwachstum in den Schwellenländern nicht mehr höher sei als in der Schweiz. Zudem würden Schweizer Finanzwerte jetzt auch durch höhere Anleihenrenditen und beigelegte Rechtsstreite unterstützt. Die UBS hat diese Position deshalb geschlossen.

Anleihen-Renditen dürften seitwärts tendieren

Nach dem signifikanten Anstieg im vierten Quartal des letzten Jahres haben sich die globalen Staatsanleihenrenditen stabilisiert. Der Markt nimmt nach Meinung der UBS jetzt realistische Aussichten für das Wachstum, die Inflation und die Geldpolitik vorweg. Sie erwartet deshalb, dass die Renditen in den kommenden Monaten weitgehend seitwärts tendieren. Unter Annahme einer allmählich steigenden US-Inflation sollten sich US-TIPS besser entwickeln als Nominalanleihen, so die UBS. Sie hat bei ihrer taktischen Übergewichtung in Euro-Hochzinsanleihen zudem Gewinne mitgenommen und das Engagement in US-Hochzinsanleihen umgeschichtet.

US-Hochzinsanleihen dürften outperformen

Die UBS rechnet mit einer Outperformance von US-Hochzinsanleihen gegenüber erstklassigen Anleihen in den kommenden sechs Monaten, hauptsächlich aufgrund ihrer attraktiven durchschnittlichen Rendite von 6.3% und der erwarteten niedrigen Ausfallquoten.

Euro-Dollar-Wechselkurs dürfte näher an 1,25 heranrücken

Die UBS hat eine Übergewichtung in der schwedischen Krone (SEK) gegenüber dem kanadischen Dollar (CAD) eröffnet, da die Konjunkturdynamik in Schweden erheblich stärker ist, während die SEK unterbewertet ist.

Daneben hält sie auch eine taktische Übergewichtung im Euro gegenüber dem US-Dollar. Sie erwartet, dass der EUR-USD Wechselkurs im Jahr 2017 näher an seinen fairen Wert von 1,25 (auf Basis der Kaufkraftparität) heranrückt. Mittlerweile seien zwar zwei bis drei Zinserhöhungen der Fed in diesem Jahr eingepreist. Gemäss UBS wird die solide Wachstumsdynamik in der Eurozone aber unterschätzt.

Abgesehen davon hält sie eine Übergewichtung in einem Korb von Schwellenländerwährungen (BRL, INR, RUB, ZAR), um von der Zinsdifferenz von rund 7% p.a. gegenüber einem Korb von Industrieländerwährungen (AUD, CAD, SGD) zu profitieren. In diesem Korb hat sie die SEK durch den SGD ersetzt.

 
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