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Die Nationalbank behält ihre expansive Geldpolitik unverändert bei

Donnerstag, 15.12.2016

Die Schweizerische Nationalbank hält an ihrer expansiven Geldpolitik fest. Sie belässt sowohl den Leitzins als auch den Negativzins auf Sichteinlagen unverändert. Sie hält den Franken weiterhin für überbewertet und warnt vor erheblichen globalen Risiken.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) belässt ihre Geldpolitik unverändert expansiv. Der Zins auf Sichteinlagen bei der Nationalbank beträgt weiterhin -0.75% und das Zielband für den Dreimonats-Libor bleibt bei -1.25% bis -0.25%. Gleichzeitig ist die Nationalbank bei Bedarf weiterhin am Devisenmarkt aktiv, wobei sie die gesamte Währungssituation berücksichtigt.

Franken bleibt weiterhin deutlich überbewertet

Die expansive Geldpolitik der Nationalbank verfolgt das Ziel, die Preisentwicklung zu stabilisieren und die Wirtschaftsaktivität zu unterstützen. Der Negativzins und die Bereitschaft der Nationalbank, am Devisenmarkt einzugreifen, dienen dazu, Anlagen in Schweizer Franken weniger attraktiv zu machen und so den Druck auf den Franken zu verringern. Der Franken bleibt weiterhin deutlich überbewertet.

Inflationsprognose hat sich nach unten verschoben

Die neue bedingte Inflationsprognose hat sich gegenüber September in der kurzen Frist leicht nach unten verschoben. Dies spiegelt vor allem die etwas tiefer als erwartet ausgefallene Inflation im Oktober und November wider. Trotzdem erwartet die Nationalbank für 2016 unverändert eine Inflationsrate von -0.4%. Für 2017 sinkt die Prognose aber auf 0.1% gegenüber den im letzten Quartal prognostizierten 0.2%. Für 2018 erwartet die Nationalbank nun eine Inflation von 0.5%, verglichen mit 0.6% im Vorquartal. Die bedingte Inflationsprognose beruht auf der Annahme, dass der Dreimonats-Libor über den gesamten Prognosezeitraum bei -0.75% bleibt.

Moderates Wachstum der Weltwirtschaft dürfte sich 2017 fortsetzen

Die Weltwirtschaft hat sich im Rahmen der Erwartungen der Nationalbank weiter erholt. In den USA lag das Wirtschaftswachstum im dritten Quartal wieder deutlich über dem Potenzial. Die Lage am Arbeitsmarkt verbesserte sich zudem weiter. Auch die anderen grossen Wirtschaftsräume wiesen im dritten Quartal eine positive Wirtschaftsentwicklung aus.

In der Eurozone und in Japan setzte sich das moderate Wachstum fort. In China blieb das Wachstum dank verschiedener fiskalpolitischer Massnahmen stark. In Grossbritannien waren die konjunkturellen Auswirkungen des Brexit-Entscheids bisher weniger ausgeprägt als befürchtet. Die Nationalbank geht davon aus, dass sich das moderate Wachstum der Weltwirtschaft im Jahr 2017 fortsetzen wird.

Basisszenario für die Weltwirtschaft unterliegt erheblichen Risiken

Das Basisszenario für die Weltwirtschaft unterliegt jedoch weiterhin erheblichen Risiken. Strukturelle Probleme in verschiedenen Industrieländern könnten zu Verwerfungen führen. Hinzu kommen zahlreiche politische Unsicherheiten, welche insbesondere mit der künftigen Ausgestaltung der Wirtschaftspolitik in den USA, mit anstehenden Wahlen in mehreren Ländern der Eurozone sowie mit den komplexen und aufwendigen Austrittsverhandlungen Grossbritanniens mit der EU verbunden sind.

Schweizer Wirtschaft dürfte sich leicht erholen

In der Schweiz nahm das Bruttoinlandprodukt (BIP) gemäss der ersten Quartalschätzung im dritten Quartal um annualisiert 0.2% zu. Dieser geringe Zuwachs ist auch vor dem Hintergrund des hohen Wachstums im zweiten Quartal zu verstehen. Im Vorjahresvergleich legte das BIP im dritten Quartal um 1.3% zu. Insgesamt deuten die Konjunkturindikatoren auf die Fortsetzung einer moderaten Erholung in der Schweiz hin.

Sie stehen somit im Einklang mit der bisherigen Prognose eines BIP-Wachstums von rund 1.5% für das gesamte Jahr 2016. Die Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt stützen diese Sicht. Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote blieb bis November bei 3,3% stabil. Umfragebasierte Indikatoren zur Arbeitsnachfrage erholten sich weiter.

Die Aussichten für das nächste Jahr sind verhalten positiv. Insgesamt rechnet die SNB auch für 2017 mit einem BIP-Wachstum von rund 1.5%. Aufgrund der internationalen Risiken ist die Prognose für die Schweiz aber weiterhin von bedeutenden Unsicherheiten gekennzeichnet.

„Ungleichgewichte“ am Hypothekar- und Immobilienmarkt bleiben bestehen

Das Wachstum am Hypothekar- und Immobilienmarkt ist in den vergangenen sechs Monaten auf einem relativ tiefen Niveau in etwa konstant geblieben. Gleichzeitig sind die Ungleichgewichte auf diesen Märkten aufgrund der Entwicklung der Fundamentalfaktoren insgesamt leicht gesunken.

Die Ungleichgewichte sind jedoch immer noch ähnlich hoch wie im Jahr 2014, als der sektorielle antizyklische Kapitalpuffer auf 2% festgelegt wurde. Die Nationalbank beobachtet die Entwicklungen auf diesen Märkten weiterhin aufmerksam und prüft regelmässig, ob der antizyklische Kapitalpuffer angepasst werden muss.

 
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