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Die Kantonalbanken zeigen sich mit dem Jahresergebnis 2016 zufrieden

Mittwoch, 19.04.2017

Die 24 Schweizer Kantonalbanken konnten ihr Geschäftsvolumen 2016 weiter ausbauen und ein solides Bilanzwachstum erzielen. Die Hypothekarforderungen stiegen um 4.3%. Die Kundengelder decken alle Ausleihungen zu rund 87%.

Die Kantonalbanken blicken auf ein gutes Geschäftsjahr 2016 zurück. In einem anhaltend anspruchsvollen Umfeld konnten die 24 Institute ansprechende Ergebnisse erzielen und im Vergleich zur Vorperiode ihr Geschäft weiter ausweiten. Die kumulierte Bilanzsumme stieg um 3% auf 573 Milliarden Franken. Aus dem operativen Geschäft verzeichnen die Kantonalbanken einen Ertrag von 3,4 Milliarden Franken. Dies entspricht einem erfreulichen Wachstum von 4.3%.

Hypothekarforderungen haben weiter zugenommen

Auf der Aktivseite der Bilanz nahmen die Ausleihungen an Kunden um 3.8% zu. Davon belaufen sich die Hypothekarforderungen auf rund 358 Milliarden Franken (+4.3%). Auf der Passivseite haben sich die Verpflichtungen gegenüber Kunden ebenfalls erhöht. Die Kantonalbanken hielten per Ende 2016 Kundengelder im Wert von 352 Milliarden Franken (+1.7%). Diese decken die Ausleihungen zu rund 87%.

Zinsgeschäft weist sich als stabil

Das Zinsgeschäft – nach wie vor die wichtigste Ertragsquelle der Kantonalbanken – hat sich trotz des schwierigen Umfelds gut entwickelt. Der Netto-Erfolg aus dem Zinsgeschäft stieg um 2.7% und beläuft sich auf 5,5 Milliarden Franken. Die Steigerung im Vergleich zur Vorjahresperiode ist in erster Linie auf ein moderates Volumenwachstum der Ausleihungen, niedrigere Zinsaufwände und günstigere Refinanzierungsbedingungen zurückzuführen.

Geschäftsertrag ist nur minimal gewachsen

Der Anteil des Zinsgeschäfts am gesamten Geschäftsertrag bleibt gruppenweit bei knapp zwei Dritteln. Der Erfolg aus dem zweitgrössten Ertragspfeiler, dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft, blieb stabil und beträgt 2,1 Milliarden Franken (-0.4%). Beim Handelserfolg verzeichneten die Kantonalbanken eine Steigerung von 45 Millionen (+5.1%) auf total 930 Millionen Franken. Der Geschäftsertrag der 24 Institute erhöhte sich im Verlauf des vergangenen Jahres insgesamt um 1.1% und beläuft sich per Ende 2016 auf 8,7 Milliarden Franken.

Operativer Gewinn konnte deutlich gesteigert werden

Den Erträgen stehen kumulierte Aufwände von 4,8 Milliarden Franken gegenüber. Davon beträgt der Personalaufwand rund 3,1 Milliarden Franken (+2.1%). Der Sachaufwand erhöhte sich um 1.1% auf 1,6 Milliarden Franken. In der Summe resultiert aus dem operativen Geschäft ein Erfolg von 3,4 Milliarden Franken. Damit übertrifft der Geschäftserfolg das Vorjahr um erfreuliche 4.3%. In ihrer Leistungserbringung sind die Kantonalbanken mit einer Cost-Income Ratio von 55.2% nach wie vor überaus effizient.

Kumulierter Jahresgewinn der Kantonalbanken sinkt

Der kumulierte Jahresgewinn der Kantonalbanken beläuft sich auf 2,8 Milliarden Franken (-1.5%). Daran partizipieren auch die Kantone und Gemeinden. Als alleinige oder Mehrheitseigentümer der Institute haben diese 2016 Ausschüttungen (Gewinnablieferungen, Entschädigungen für das Eigenkapital, Dividenden, Abgeltungen der Staatsgarantie und Steuern) in Höhe von rund 1,6 Milliarden Franken erhalten.

Eigenkapitalbasis ist stabil

Das solide Geschäftsergebnis erlaubt es den Kantonalbanken, ihre Eigenkapitalbasis weiter zu stärken. Aus dem Unternehmenserfolg alimentieren sie die Reserven für allgemeine Bankrisiken mit 475,6 Millionen Franken. Mit einer durchschnittlichen Gesamtkapitalquote auf den risikogewichteten Aktiven von 17.7% verfügen die Kantonalbanken über eine stabile Eigenkapitalbasis.

VSKB fordert massvolle Regulierung für „regionales Banking“

Das Geschäftsmodell der Kantonalbanken ist laut dem Verband Schweizerischer Kantonalbanken (VSKB) «sicher, solid und berechenbar». Während das anhaltende Tiefzinsumfeld aber den Margendruck im Zinsgeschäft weiter erhöhe, würden die regulatorischen Anforderungen zunehmen und führten zu steigenden administrativen Belastungen auf der Aufwandseite. Der VSKB tritt deshalb gegen eine unverhältnismässige Regulierungsdichte im Bankensektor ein und fordert politisch-rechtliche Rahmenbedingungen, welche die Wettbewerbsfähigkeit des Finanzplatzes und all seiner Marktteilnehmer erhalten.

Über die Gruppe der Kantonalbanken

Die Gruppe der Kantonalbanken umfasst 24 Institute mit Niederlassungen in 26 Kantonen sowie rund 10 Netzwerkpartner und Kooperationen. Sie ist damit gesamtschweizerisch präsent und nimmt mit gegen 19‘000 Mitarbeitenden sowie rund 800 Geschäftsstellen eine führende Rolle ein. Ihr Marktanteil im Inlandgeschäft liegt bei rund 30%.

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