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Die Gewinnkennzahlen der Baloise lagen im 1. Halbjahr etwas unter den Erwartungen

Dienstag, 30.08.2016

Die Baloise erlitt im ersten Halbjahr 2016 einen Gewinneinbruch von rund 10%. Grund sind Reservenverstärkungen in der Nichtlebens- und der Lebensversicherung. Die negativen Einflüsse wurden durch Anlageergebnis und moderate Steuerlast gemildert.

Die Baloise Gruppe erzielte im ersten Halbjahr 2016 «trotz des kompetitiven Umfelds» ein Geschäftsvolumen von 5,624 Milliarden Franken; verglichen zum Vorjahreszeitraum konnte sie es damit halten (0.0%). Dies sei vor allem dem Wachstum in Belgien und Luxemburg zu verdanken, wie sie in einer Mitteilung schreibt. Das Prämienvolumen hingegen liegt mit einem Zuwachs von 2.2% im Nichtlebensversicherungsgeschäft und mit -8.7% im Lebensversicherungsgeschäft unter den Erwartungen, wie die Analysten der Zürcher Kantonalbank (ZKB) kommentieren.

Reserveverstärkungen im deutschen Nichtlebengeschäft belasteten Gewinn

Der den Aktionären anrechenbare Gewinn sank um 10.1%. Dieser liegt damit etwas unter den Erwartungen, vor allem aufgrund tieferer Gewinnbeiträge aus der Nichtlebens- und Lebensversicherung. Die Baloise führt den Gewinneinbruch auf Reserveverstärkungen im deutschen Nichtlebengeschäft in Höhe von 54,8 Millionen Franken zurück, die das Ergebnis netto mit 37,9 Millionen Franken belasteten. Ohne die Nachreservierungen hätte die Baloise laut eigenen Angaben einen Aktionärsgewinn von 261,5 Millionen Franken erzielt. Die Steuerbelastung ist mit 17.2% nur moderat (Vorjahr: 24.6%). 

Nichtleben-Ergebnis ging um einen Fünftel zurück

In der Sparte Nichtleben (Schaden- und Personenversicherungen) erwirtschaftete die Baloise ein operatives Ergebnis vor Steuern und Finanzierungskosten (EBIT) von 208.4 Millionen Franken (-20.5%). Der Schaden-Kosten-Satz netto lag bei 92.5% und damit nur knapp über dem Vorjahresniveau. Ohne den Effekt in Deutschland läge der Schaden-Kosten-Satz netto zum Halbjahr bei 88.7%, wie die Baloise betont. Das Geschäftsvolumen im Nichtlebengeschäft konnte um 3.1% auf 2,128 Milliarden Franken gesteigert werden.

Leben-Ergebnis ging insgesamt zurück

Das Leben-Ergebnis (EBIT) ging insgesamt zurück und lag per 30. Juni bei 45.5 Millionen Franken. Laut ZKB-Analysten ist es damit wider Erwarten sehr tief, vor allem aufgrund negativer Zinseffekte, die gesamthaft -208 Millionen Franken betrugen (VJ: CHF -93 Mio.), sowie Reservenverstärkungen beinhalteten. Bedingt durch die tiefen Zinsen wurden die Reserven um über 250 Millionen Franken gestärkt.

Die Kapitalgewinne betrugen 41.8 Millionen Franken (VJ: CHF 337.8 Mio.); der laufende Anlageertrag war 608.4 Millionen Franken (VJ: CHF 607.3 Mio.).

Das Neugeschäft zeigte eine deutliche Wachstumsabschwächung von -20.7%. Trotz leicht höherer Marge von 7.3% (1H16: 7.0%, aber Ganzjahr 15: 9.8%) resultierte ein deutlich tieferer Neugeschäftswert von 13 Millionen Franken (-13.3%).

Bankgeschäft lieferte erfreuliches Ergebnis

Das Ergebnis des Bankgeschäfts stieg auf 53.5 Millionen Franken vor Steuern und Finanzierungskosten (EBIT). Es liegt damit deutlich über den Markterwartungen. Die Verbesserung sei insbesondere auf einen geringeren Geschäftsaufwand zurückzuführen. Darin sei ein einmaliger Effekt aufgrund von Pensionsplanänderungen bei der Baloise Bank SoBa enthalten, der betriebsaufwandmindernd wirkte, wie die Baloise erklärt.

Nettoertrag auf Kapitalanlagen wurde deutlich gesteigert

Die wiederkehrenden Erträge lagen mit 779.9 Millionen Franken auf dem Vorjahresniveau (-0.6%). Im sich weiter akzentuierenden Tiefzinsumfeld konnte dies durch Umschichtungen vor allem im Obligationenbestand und durch den weiteren Aufbau von Immobilienanlagen erreicht werden, wie die Baloise erläutert. Im Vergleich zum Vorjahr wurden auch mehr Gewinne realisiert. Zusammen mit den Buchgewinnen auf Zinsderivaten wurden diese vor allem für die Verstärkung der Lebenreserven verwendet. Der Nettoertrag lag mit 1,016 Milliarden Franken 10.3% über dem Vorjahreswert. Die Nettorendite der Versicherungsgelder konnte mit 1.8% leicht besser ausgewiesen werden (Vorjahr: 1.6%).

Baloise ist weiterhin solide kapitalisiert

Das konsolidierte Eigenkapital lag zum Halbjahr bei 5,436 Milliarden Franken und damit leicht unter dem Wert zum Jahresende (31.12.15 restated: 5,454 Mia. CHF). Damit ist die Baloise weiterhin solide kapitalisiert. Dies kommt auch im erneut bestätigten Rating "A" mit stabilem Ausblick der Ratingagentur Standard & Poor's zum Ausdruck. 

Baloise will Ende Oktober den neuen Strategieplan bekanntgeben

Gert De Winter, CEO der Baloise Group, gibt sich zuversichtlich: «Wir können mit der operativen Leistung des ersten Halbjahrs sehr zufrieden sein». Die Resultate würden zeigen, dass die Baloise in der Lage sei, eine ausgezeichnete operative Leistung in diesem herausfordernden Umfeld zu erzielen. Die Baloise will am Strategietag vom 26. Oktober die Eckpunkte und Ziele ihrer neuen strategischen Phase detaillierter vorstellen.

Noch aber gelten die alten Ziele aus dem bisherigen Strategieplan, der bis Ende 2015 gültig war, wie die ZKB-Analysten betonen. Die Ziele seien dabei: 1) ROE von 8-12%, Combined Ratio von 93-96% und Neugeschäftsmarge in der Lebensversicherung von >10%.

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