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Die Geldpolitik der Nationalbank bleibt unverändert expansiv

Donnerstag, 16.06.2016

Die Schweizerische Nationalbank belässt den Zins auf Sichteinlagen bei -0.75% und das Zielband für den Dreimonats-Libor bei -1.25% bis -0.25%. Gleichzeitig bleibt die SNB bei Bedarf am Devisenmarkt aktiv.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) behält ihre expansive Geldpolitik unverändert bei. Der Negativzins und die Bereitschaft der Nationalbank, bei Bedarf am Devisenmarkt einzugreifen, sollen Frankenanlagen weniger attraktiv machen und so den Druck auf die schweizerische Währung verringern. Gemäss SNB bleibt der Franken deutlich überbewertet. Mit der expansiven Geldpolitik verfolgt die Nationalbank das Ziel, die Preisentwicklung zu stabilisieren und die Wirtschaftsaktivität zu unterstützen. Dies erklärte sie an ihrer halbjährlichen geldpolitischen Lagebeurteilung.

Inflation soll rascher als bisher angenommen steigen

Die neue bedingte Inflationsprognose zeigt für die kommenden Quartale einen rascheren Anstieg der Inflation als noch im März. Als Grund nennt die SNB den seither deutlich gestiegenen Ölpreis. Nach dem ersten Quartal 2017 soll der Effekt der Ölpreiserhöhung auf die Jahresteuerung jedoch entfallen. Die neue bedingte Prognose nähert sich derjenigen vom letzten Quartal an und verläuft ab 2018 gleich.

Für 2016 liegt die Inflationsprognose nun mit -0.4% um 0.4 Prozentpunkte höher als noch im März. Für 2017 erwartet die Nationalbank eine Inflation von 0.3% gegenüber 0.1% in der Prognose vom letzten Quartal. Für 2018 geht die Nationalbank unverändert von einer Inflation von 0.9% aus. Die bedingte Inflationsprognose beruht auf der Annahme, dass der Dreimonats-Libor über den gesamten Prognosezeitraum bei -0.75% bleibt.

Moderates Weltwirtschaftswachstum soll sich fortsetzen

Die moderate Erholung der Weltwirtschaft setzt sich laut SNB fort. Besonders fortgeschritten sei die Konjunkturerholung in den USA, wo beinahe wieder Vollbeschäftigung herrsche. In der Eurozone gewinne das Wirtschaftswachstum allmählich an Breite. In China bleibe das Wachstum dank der wirtschaftspolitischen Massnahmen zur Stimulierung der Nachfrage robust. Insgesamt werde das Wachstum weltweit hauptsächlich von der Binnenwirtschaft getrieben. Dagegen entwickelten sich der internationale Handel und die globale Industriekonjunktur weiterhin verhalten.

Die insgesamt günstigen Konjunktursignale hätten in den letzten Monaten zu einer Beruhigung der internationalen Finanzmärkte beigetragen. Diese waren zu Jahresbeginn von Turbulenzen geprägt. Mit der steigenden Zuversicht erholten sich auch die Rohwarenpreise von ihren Tiefständen. Die Nationalbank geht davon aus, dass sich das moderate Wachstum der Weltwirtschaft in den kommenden Quartalen fortsetzen wird.

Es gibt erhebliche Risiken für die Weltwirtschaft

Die SNB warnt jedoch vor erheblichen Risiken für die Weltwirtschaft. In Zusammenhang mit der bevorstehenden Abstimmung in Grossbritannien über den weiteren Verbleib in der Europäischen Union (EU) könne es vermehrt zu Unsicherheiten und Turbulenzen kommen.

Schweizer Wirtschaft soll 2016 zwischen 1% und 1.5% wachsen

In der Schweiz wuchs das reale Bruttoinlandprodukt im ersten Quartal um annualisiert 0.4%. Die verfügbaren Indikatoren deuten gemäss SNB auf eine weitere Erholung hin. Die allmähliche Verbesserung des internationalen Umfelds soll auch der Schweiz zugutekommen. Die Belebung der Exporte dürfte sich entsprechend fortsetzen. Dies dürfte die Investitionsneigung der Unternehmen stärken und positive Auswirkungen auf dem Arbeitsmarkt zeigen. Die Nationalbank rechnet mit einer Stabilisierung der Arbeitslosenquote in der zweiten Jahreshälfte. Für das gesamte Jahr 2016 erwartet sie ein Wachstum des realen Bruttoinlandprodukts von 1% bis 1.5%.

Ungleichgewichte am Hypothekar- und Immobilienmarkt haben zugenommen

Auf dem Hypothekarmarkt hat sich das Wachstum im ersten Quartal 2016 nochmals leicht verlangsamt, so die SNB weiter. Die Preise auf dem Immobilienmarkt seien jedoch wieder etwas rascher gestiegen. Trotz einer insgesamt verhaltenen Dynamik in den vergangenen Quartalen hätten die Ungleichgewichte am Hypothekar- und Immobilienmarkt aufgrund der vergleichsweise schwachen Entwicklung der Fundamentalfaktoren leicht zugenommen. Die Nationalbank beobachtet die Entwicklungen auf dem Hypothekar- und Immobilienmarkt weiterhin aufmerksam und prüft regelmässig, ob der antizyklische Kapitalpuffer angepasst werden muss.

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