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Die Baloise präsentiert für 2015 ein durchzogenes Geschäftsergebnis

Dienstag, 22.03.2016

Die Baloise hat ihr Geschäftsvolumen 2015 um 3.3% gesteigert. Der Jahresgewinn sank um rund 28%. Gründe sind offenbar die anhaltende Tief- und Negativzinsphase, Währungseffekte sowie die Geschäftsaufgabe in Österreich, Kroatien und Serbien.

Die Baloise Versicherungsgruppe erzielte 2015 ein Geschäftsvolumen von 8,9 Milliarden Franken in Originalwährung. Dies entspricht auf vergleichbarer Basis, ohne nicht weitergeführtes Geschäft (Österreich, Kroatien und Serbien), einem Wachstum von 3.3%. Im fortgeführten Geschäft in Schweizer Franken sank das Volumen um 2.8%. Der «von Einmaleffekten geprägte» Nettoertrag sank um fast 24% auf 1,841 Milliarden Franken. Der Gewinn betrug 512,1 Millionen Franken, ein Minus von 27.9%. Neben der anhaltenden Tief- und Negativzinsphase sei das Ergebnis 2015 auch von Währungseffekten belastet gewesen, wie der Versicherer erklärt.

Prämienvolumen im Nichtlebengeschäft ist deutlich gesunken

Im fortgeführten Geschäft des Bereichs Nichtleben sank das Prämienvolumen um 6.5% auf 3,050 Milliarden Franken. Zur Profitabilität des Geschäfts berichtet die Baloise, dass diese insbesondere durch den hervorragenden Schaden-Kostensatz im Schweizer Markt (83.2% brutto) habe verbessert werden können. Auf Gruppenebene betrug er allerdings noch 93.3% netto (-0.3 Prozentpunkte). Es handle sich dabei um den tiefsten Wert seit 2008 und den Zweitbesten insgesamt, seit die Baloise IFRS-Abschlüsse erstelle, so der Versicherer. Dank Effizienzverbesserungen in Deutschland und in Belgien sei der Kostensatz um 0.7% zurückgegangen.

Lebengeschäft trägt zum Jahresgewinn bei

Das Prämienvolumen im fortgeführten Geschäft des Leben-Bereichs (klassische Lebensversicherungen) sank um 0.4% auf 3,783 Milliarden Franken. Das Geschäft mit Prämien mit Anlagecharakter sank um 1.6% auf 2, 085 Milliarden Franken. Die Baloise beziffert den Jahresgewinn in diesem Bereich mit 277,3 Millionen Franken.

Das gute Anlageergebnis erlaube, die technischen Rückstellungen zu erhöhen. Das solide Risikoergebnis bleibe ebenfalls ein wesentlicher Pfeiler der Ertragskraft. Die nachhaltige Ertragskraft des Lebengeschäfts werde unterstützt durch das Kostenergebnis des Geschäftsjahrs 2015, das sich weiter in die richtige Richtung entwickle, so der Versicherer weiter.

Banksparte zeigt sich profitabler

In der Banksparte habe der Erfolg des Zinsgeschäfts fast auf dem Vorjahresniveau gehalten werden können, wie die Baloise berichtet. Die Geschäftsaufwendungen seien zudem geringer als im Vorjahr und die Erfolge im Dienstleistungs- und Kommissionsgeschäft höher gewesen. Der EBIT des Bankgeschäfts sei aus diesen Gründen um 9.6% auf 80,8 Millionen Franken angestiegen.

Schweizer Geschäftseinheit zeigt gute Ertragskraft

Die Schweizer Einheit bestätigt laut Baloise die sehr gute Ertragskraft im Nichtlebengeschäft und liefert ein sehr solides Lebenergebnis. In der Sparte Nichtleben erfuhr die Prämienentwicklung einen Rückgang um 1.5% auf 1,316 Milliarden Franken. Durch die Sanierung im Kollektiv-Krankentaggeldgeschäft und das Wachstum in ertragsstarken Zielsegmenten habe sich der Geschäftsmix weiter verbessert. Der Schaden-Kostensatz von brutto 83.2% belege denn auch die ausgezeichnete Portfolioqualität im Schweizer Nichtlebengeschäft, sagt die Baloise.

In der Sparte Leben sei das Prämienvolumen auf 3,088 Milliarden Franken angestiegen und verzeichne gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 3.4%. Die Marktgegebenheiten sowie insbesondere die politischen Rahmenbedingungen im Kollektivlebengeschäft seien beim aktuellen Zinsniveau sehr anspruchsvoll. Die bereits vorhandenen teilautonomen Lösungen böten deshalb attraktive Alternativen zur Vollversicherung.

Ergebnis der deutschen Einheit wird verschiedentlich belastet

Im deutschen Geschäft hätten die angekündigten und bereits umgesetzten Optimierungsmassnahmen Wirkung in Form von tieferen absoluten Kosten gezeigt. Sie würden sich bisher allerdings nicht im erwarteten Ausmass auf das Gesamtergebnis niederschlagen, merkt die Baloise an. Die hohe Grossschadenbelastung in der Sparte Nichtleben, die negativen Auswirkungen des Tiefzinsumfelds sowie Währungseffekte hätten das Ergebnis der deutschen Einheit 2015 belastet. Das Prämienvolumen sei um 1.6% auf 1,414 Milliarden Franken gesunken.

Geschäft in Belgien und Luxemburg wird von Nichtleben-Wachstum getrieben

In Belgien habe die Qualität des Portfolios weiter verbessert werden können. Wachstumstreiber seien mit einem Plus von 5.1% das Nichtlebengeschäft sowie das starke Wachstum im Geschäft mit modernen Lebenprodukten (Steigerung der Prämien mit Anlagecharakter um 9.8%).

In Luxemburg sei das Prämienvolumen in Originalwährung um fast 12% gewachsen. Die Geschäftseinheit in Luxemburg habe zudem mit dem Kauf des Nichtlebensversicherers HDI-Gerling Assurances SA die Marktposition gefestigt und sei auf dem Sprung in die Top 3.

Renditen sind gesunken

Der erwirtschaftete Nettoertrag entspricht einer Nettorendite der Versicherungsgelder von 3.1% (Vorjahr: 4.2%). Mit einer Wiederanlagerendite von 1.9% kann die Baloise die Garantien im Neugeschäft erwirtschaften. Dank der Verlängerung der Duration konnte die Zinssensitivität im Lebengeschäft erfolgreich reduziert werden.

Eigenkapital ist markant zurückgegangen

Das Eigenkapital ist um 6.3% auf 5,462 Milliarden Franken zurückgegangen. Damit bleibe die Baloise aber «weiterhin solide kapitalisiert», betont der Versicherer. die Eigenkapitalrendite ist von 13.5% auf 9.3% gesunken.

Zum Rückgang des Eigenkapitals hätten hauptsächlich Währungs- und Marktwertbewertungen von «jederzeit verkäuflichen» Finanzanlagen beigetragen, wie die Baloise erklärt. Währungsdifferenzen hätten den negativen Effekt auf das Eigenkapital verstärkt. Die ökonomische Kapitalisierung im Schweizer Solvenztest bleibe im grünen Bereich.

Dividende bleibt unverändert

Die verlässliche und attraktive Dividendenpolitik sei indes nicht an mögliche Kapitalreserven gekoppelt, sondern basiere auf der unverändert hohen operativen Ertragskraft, führt die Baloise weiter aus. Als Dividende werden unveränderte 5.00 Franken pro Aktie bezahlt. Die bereits weit fortgeschrittene Umsetzung des aktuell laufenden Aktienrückkaufprogramms sei ein weiterer Beleg für die Kapitalstärke der Baloise.

Der neue CEO setzt sich neue Ziele

Der belgische Baloise-Chef Gert De Winter, der am 1. Januar 2016 den CEO-Posten übernommen hat, sieht die Versicherungsindustrie vor grundlegenden Herausforderungen: Dazu zählt er die Digitalisierung, neue Kundenbedürfnisse, die Herausforderungen von Big Data oder den Trend, Sachen zu teilen und nicht mehr zu besitzen, welche das Geschäft künftig beeinflussen würden. Dies bedinge eine Veränderung im klassischen Versicherungsdenken.

Zu den Zielen, die sich die Baloise setzt, zählt De Winter die Steigerung des Kundenfokus und der einfachen Interaktion mit den Kunden, die Verbesserung der aktuellen Stärken sowie die Weiterentwicklung des traditionellen Versicherungsgeschäfts mit Sicherheits- und Servicedienstleistungen.

Am Investorentag vom 26. Oktober 2016 will die Baloise die strategischen Massnahmen der neuen Ausrichtung vorstellen.

Markt nimmt Jahresergebnis recht positiv auf

Laut Analysten der Zürcher Kantonalbank (ZKB) ist das Geschäftsergebnis 2015 gut. Sie heben vor allem das Ergebnis der Lebensversicherung hervor, zeigen sich aber auch erfreut über die Entwicklung der Nichtlebensversicherung. Gut sei auch der Anlageerfolg mit einem Return on Investment (ROI) von 3.1% (Vorjahr: 4.1%, enthielt jedoch hohe Devestitionsgewinne). Dass derzeit keine neuen Ziele angegeben werden, enttäusche jedoch etwas. Die Eigenmittelsituation sei weiterhin gut. Die Aktienbewertung sei mit einem KGV von 1.2x derzeit jedoch angestiegen. Insgesamt leicht negativ.

Zwei neue Mitglieder stehen zur Wahl in den Verwaltungsrat

Der Verwaltungsrat schlägt der Generalversammlung vom 29. April 2016 vor, Marie-Noëlle Venturi-Zen-Ruffinen als zusätzliches Mitglied in den Verwaltungsrat zu wählen. Die 40-jährige Schweizerin hat einen Doktortitel und Master der Rechtswissenschaften sowie einen Master in Philosophie der Universität Fribourg. Sie ist Rechtsanwältin in einer Kanzlei in Genf und als Titularprofessorin an der Fakultät für Wirtschaft und Management der Universität Genf tätig, wo sie insbesondere Gesellschaftsrecht lehrt. Der Belgier Hugo Lasat steht ebenfalls zur Wahl, da sich Eveline Saupper nicht mehr für eine Wiederwahl zur Verfügung stellt. Dies wurde bereits im Dezember 2015 angekündigt.

 
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