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«Der Trend hin zu einer steigenden Inflation dürfte sich in der zweiten Jahreshälfte abschwächen»

Dienstag, 28.03.2017

Die globale Wirtschaft dürfte sich weiter positiv entwickeln – mit entsprechenden Auswirkungen auf die Teuerungsraten und die Zinsen. Dennoch gibt es keine Hinweise darauf, dass die Kerninflationsrate in der Eurozone ansteigen wird.

Die Entwicklung hin zu steigenden Zinsen dürfte in den USA vor allem durch eine Serie von Zinserhöhungen der Federal Reserve (Fed) und durch mögliche fiskalische Massnahmen zur Stimulierung der Konjunktur getrieben werden. Dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik für die Eurozone ändert, ist kurzfristig hingegen eher unwahrscheinlich. Diese Ansicht vertritt Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA Investment Managers.

Es gibt im Euroraum kaum Hinweise, dass die Kerninflationsrate steigen wird

In Europa lägen die Break-Even-Inflationsraten nach wie vor deutlich unter dem Inflationsziel der EZB. «Die meisten Prognosen laufen darauf hinaus, dass sich der gegenwärtige Trend zu einer steigenden Inflation in der zweiten Jahreshälfte abschwächen wird», wie Iggo erklärt. Angesichts der nach wie vor grossen Produktionslücke gebe es jedoch kaum Hinweise darauf, dass die Kerninflationsrate in der Eurozone steigen werde. Dies gelte trotz des zu beobachtenden Rückgangs der Arbeitslosigkeit, so Iggo.

In den USA und Grossbritannien erreichten die Raten nahezu die Inflationsziele der Notenbanken

In den USA und Grossbritannien hätten die Break-Even-Inflationsraten im vergangenen Quartal dagegen nahe an den Inflationszielen der Notenbanken gelegen. Laut Iggo spiegelt sich darin das Vertrauen der Marktteilnehmer in eine Normalisierung der Inflation wieder, nach dem durch den Rückgang des Ölpreises getriebenen deflationären Schock der Jahre 2015 und 2016.

Höhere Importpreise könnten auf die Kerninflationsrate durchschlagen

Die Investoren seien im Moment allerdings nicht davon überzeugt, dass die Kerninflationsrate steigen werde. Dennoch könne die Reflation in den USA dazu führen, dass sich auch die Kerninflation nach oben bewege, wie Iggo meint. Und auch in Grossbritannien dürften die höheren Importpreise teilweise auf die Kerninflationsrate durchschlagen.

Ölpreis beeinflusst die Inflationsrate

Ein wichtiger Faktor für die weitere Entwicklung der Inflation sei auch der Ölpreis. Dieser liege derzeit rund 12% unter seinem jüngsten Hoch. Sollte sich dieser Rückgang fortsetzen, werde sich auch die Entwicklung der Inflation abschwächen, so Iggo weiter.

Iggo setzt dennoch weiterhin auf steigende Break-Even-Inflationsraten, mit einer etwas neutraleren Haltung in Europa. «Wir bevorzugen derzeit Inflationsanleihen aus den USA, die sogenannten TIPS», erklärt der Experte.

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