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Der IWF warnt vor Rückschlägen durch wachsenden Protektionismus

Mittwoch, 19.04.2017

Der Internationale Währungsfonds gibt sich hinsichtlich des weltweiten Wirtschaftswachstums für 2017 optimistisch. Er warnt aber auch vor zunehmend protektionistischen Tendenzen und Handelskriegen.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft leicht angehoben. Demnach soll die globale Wirtschaft dieses Jahr um 3.5% wachsen. Im vergangenen Januar hatte der IWF 3.4% prognostiziert. 2016 ist die Weltwirtschaft um 3.1% gewachsen. Angetrieben werden soll der Aufschwung insbesondere von höheren Rohstoffpreisen, wovon die Entwicklungs- und Schwellenländer profitieren könnten. Auch der Welthandel soll im laufenden und im kommenden Jahr weiter anziehen, wenn auch nicht ganz so schnell wie erhofft.

USA treiben Industriestaaten-Wachstum an

Von den Industriestaaten expandiert vor allem die Wirtschaft der USA. Der IWF führt dies teilweise auf eine gestiegene Zuversicht der Unternehmen und Finanzmärkte seit dem Wahlsieg von US-Präsident Donald Trump zurück. So soll die US-Wirtschaft 2017 um 2.3% und 2018 um 2.5% wachsen. 2016 war sie um 1.6% gewachsen.

Auswirkungen des Brexits sind weniger stark als erwartet

Für die Eurozone zeigt sich der IWF weniger optimistisch. Er rechnet mit einem Wirtschaftswachstum von 1.7% im laufenden und 1.6% im nächsten Jahr, womit das Wachstum des vergangenen Jahres nicht gesteigert werden kann.

Die erwarteten negativen Auswirkungen des Brexits auf die britische Wirtschaft haben sich allerdings noch nicht so eingestellt wie der IWF das vorausgesagt hatte; so ist die britische Wirtschaftsleistung bisher "stärker als erwartet", wie der IWF einräumt.

Schweizer Wirtschaft sollte sich beschleunigen

Für die Schweiz rechnet der IWF mit einem Wachstum von 1.4% im laufenden und 1.6% im kommenden Jahr. Gestützt werden soll dieses Wachstum vom inländischen wie auch vom ausländischen Konsum, bzw. der Exportnachfrage, sowie den nachlassenden Auswirkungen der Franken-Aufwertung von 2015.

Protektionismus könnte Wirtschaft beeinträchtigen

Trotz kurzfristig besserer Wachstumsaussichten sieht der IWF massive Gefahren für die Weltwirtschaft. Er warnt insbesondere vor zunehmend protektionistischen Tendenzen und dem Risiko von Handelskriegen.

Die Selbstbezogenheit der Politik vielerorts bedrohe die weltweite wirtschaftliche Integration und damit auch die auf Zusammenarbeit ausgerichtete wirtschaftliche Ordnung. Diese aber habe der Weltwirtschaft und insbesondere den Schwellen- und Entwicklungsländern in der Vergangenheit sehr geholfen, erklärte der IWF in seinem Weltwirtschaftsausblick.

Zins- und Finanzpolitik der USA könnten Wirtschaft gefährden

Auch ein rascher Zinsanstieg in den USA könnte für die Weltwirtschaft zum Problem werden, mahnt der IWF. Dies könnte die Finanzierungsbedingungen andernorts verschlechtern und den Dollar-Kurs nach oben treiben. Das würde Länder mit einer hohen Dollar-Abhängigkeit treffen. Der IWF fürchtet auch eine Deregulierungswelle im Finanzsektor, welche die globale Konjunktur zwar kurzfristig anheizen, zugleich aber auch die Gefahr von Finanzkrisen erhöhen könnte.

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