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Das Schweizer Vorsorgesystem leidet unter der Wirtschafts- und Demografieentwicklung

Dienstag, 14.06.2016

Die schlechte Wirtschaftsentwicklung sowie der beobachtete Wendepunkt in der Demografie belasten das Vorsorgesystem schwer. Ein Blick auf die Regionen zeigt, dass kein Kanton vor Überalterung und deren finanziellen Mehrbelastungen gefeit ist.

Die Dynamik im Schweizer Vorsorgesystem hat sich Ende 2015 deutlich verschlechtert, wie der UBS-Vorsorgeindex aufzeigt, der als Pulsmesser angeben soll, wie es um die Gesundheit und Stabilität des Schweizer Vorsorgesystems steht. Die UBS führt den Rückgang insbesondere auf zwei Faktoren zurück: Die Demografie und die Wirtschaftsentwicklung.

Altersquotient hat stark zugenommen

Der Subindex Demografie verschlechterte sich aufgrund des stark zunehmenden Altersquotienten markant; das Jahr 2015 markiert einen Wendepunkt in der Schweizer Demografie, da erstmals mehr Personen das Rentenalter als Personen das Alter 20 erreichten. Zweitens leistete der Subindex Wirtschaftsentwicklung einen stark negativen Beitrag. Diese Bewegung reflektiert laut UBS den weitreichenden konjunkturellen Einbruch seit Aufgabe des Euro-Franken-Mindestkurses durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) Anfang 2015. Der UBS-Vorsorgeindex hat sich im ersten Quartal 2016 zwar leicht stabilisiert, die Dynamik im Vorsorgesystem bleibt jedoch klar negativ.

Kein Kanton ist vor der Alterung gefeit

Der sinkende Anteil der Erwerbsbevölkerung und die signifikant höheren Gesundheitsausgaben werden die Finanzen der Kantone und ihrer Gemeinden künftig deutlich belasten, wie die UBS prophezeit. Je älter die lokale Bevölkerung und je eingeschränkter der finanzielle Spielraum bei Staat und Privathaushalten, desto grösser werden die Herausforderungen.

Reformen sollten Kantons- und Gemeindefinanzen entlasten

Während in der Westschweiz eine junge Bevölkerung die künftigen Mehrbelastungen reduziert, verfügen Zentralschweizer Kantone über ein grösseres finanzielles Polster. Für das Tessin und den Jura zeichnen sich für die kommenden 30 Jahre die grössten alterungsbedingten Herausforderungen ab. Deutlich besser präsentieren sich die Aussichten in Zug, Schwyz und Zürich. Ohne Anpassung der Kostenverteilungen drohen aber auch hier beträchtliche Neuschulden. Es drängen sich Reformen auf, welche die Kantons- und Gemeindefinanzen entlasten.

Zum UBS-Vorsorgeindex

Der quartalsweise berechnete UBS-Vorsorgeindex Schweiz zeigt anhand der vier Subindizes Wirtschaftsentwicklung, Demografie, Finanzen und Reformen die für die Stabilität des Vorsorgesystems wichtigsten Faktoren auf. Ein negativer Wert des UBS-Vorsorgeindex Schweiz stellt eine Verschlechterung der Dynamik im Vergleich zum Vorjahresquartal dar, ein positiver Wert hingegen eine Verbesserung. Dies jeweils in Relation zur Entwicklung der Reihe in der (für die Standardisierung verwendeten) Referenzperiode 2005 bis 2015.

 
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